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15.10.2018   Was in einem Kellerabteil tatsächlich versichert ist

Der Einbruch in ein Kellerabteil brachte die Betroffenen dazu, die Sachlage aufzurollen. Laut den Versicherungsbedingungen gehörte „sonstiger Boden- und Kellerkram“ zu den versicherten Gegenständen. Die eingeschaltete Rechtsservice- und Schlichtungsstelle empfahl jedoch die Deckung hinsichtlich des RC-Autos, nicht aber hinsichtlich der Gaspistole.

Bei einem Einbruch in ein Kellerabteil eines Mehrfamilienhauses wurden laut polizeilicher Anzeigenbestätigung eine CO2-Pistole, ein Koffer und ein RC-Auto Modell (ein großes ferngesteuertes Modellauto, Anm.) samt Zubehör gestohlen.

Die Eigentümerin hatte eine Haushaltsversicherung abgeschlossen.

Laut den „Allgemeinen Bedingungen für die Haushaltsversicherung mit klassischer Deckung“ galten neben der Wohnung auch „Ersatzräume“, zu denen Kellerabteile zählen, als Versicherungsräumlichkeiten.

Für versicherte Sachen in solchen Ersatzräumen war aber eine Einschränkung vorgesehen.

Tatsächlich versichert laut den Bedingungen
Versichert waren in diesen Ersatzräumen laut den Bedingungen tatsächlich aber:

• Möbel und Stellagen,

• Werkzeug und Kraftfahrzeug-Zubehör,

• Vorräte und Heizmaterial, Kühl-, Wasch-, Heiz- und Trockengeräte,

• Reise- und Sportutensilien,

• Fahrräder und Schlauchboote ohne Motorantrieb,

• Bekleidungsstücke und Textilien,

• sonstiger Boden- und Kellerkram.

Versicherung lehnte Deckung teilweise ab


Die Versicherung anerkannte einen Schaden von 200 Euro für den Koffer (Reiseutensil) sowie von 300 Euro für Boden- und Kellerkram.

Abgelehnt wurde die Deckung für die Gaspistole und das RC-Auto samt Zubehör, da es sich dabei um nicht versicherte Gegenstände im Sinn der Versicherungsbedingungen handle.

Die Versicherungsnehmerin wandte sich daraufhin an die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (RSS).

Am Schlichtungsverfahren hat die Versicherung trotz Urgenz nicht teilgenommen, teilte die RSS mit.

Rechtliche Beurteilung


Die Auslegung von Allgemeinen Versicherungsbedingungen habe sich nach ständiger Rechtsprechung am Maßstab des durchschnittlich verständigen Versicherungsnehmers zu orientieren, so die RSS.

Die Klauseln seien aus ihrem Zusammenhang heraus auszulegen, wobei der für einen objektiven Beobachter erkennbare Zweck einer Bestimmung zu berücksichtigen sei. Unklarheiten würden dabei regelmäßig zu Lasten des Versicherers gehen.

Darüber hinaus dürften Ausschlüsse nicht weiter ausgelegt werden, als es ihr Sinn erfordere.

Empfehlung der RSS


Die Versicherungsbedingungen seien daher darauf zu überprüfen, ob die Elemente der Stehlgutliste unter die Liste der versicherten Gegenstände zu subsumieren seien.

Demnach beinhalte der Begriff „Boden- und Kellerkram“ weniger wertvolle Sachen, die üblicherweise außerhalb der Wohnung aufbewahrt werden. Darunter können laut RSS auch RC-Autos samt Zubehör verstanden werden.

Die gestohlene Gaspistole falle zwar nicht unter das Waffengesetz, dennoch werde man eine derartige Waffe „nach der menschlichen Erfahrung nicht im Keller aufbewahren“, sondern in der Wohnung an einem sicheren Platz lagern.

Die Schlichtungsstelle empfahl der Versicherung daher die Deckung hinsichtlich des Modell-Autos, nicht aber hinsichtlich der Gaspistole.

09.07.2018   Männer leben gefährlich(er)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs waren 2017 für fast zwei Drittel der Sterbefälle in Österreich verantwortlich. Bei vielen Krankheiten ist die Sterblichkeit der Männer deutlich höher als bei Frauen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa ist sie doppelt so hoch. Das geht aus jetzt veröffentlichten Daten der Statistik Austria hervor.

Die gute Nachricht ist: Die Gesamtsterblichkeit sank in den vergangenen zehn Jahren für beide Geschlechter. Die schlechte Nachricht ist: Nach wie vor zeigte sich jedoch ein deutlich höheres Sterberisiko für Männer in zahlreichen Krankheitsgruppen, wie die gerade herausgekommene Statistik Austria-Untersuchung „Todesursachen 2017“ zeigt.

Im Vorjahr verstarben sowohl Männer als auch Frauen am häufigsten an Krankheiten, die im Alter vermehrt auftreten. Grund dafür ist die stetig steigende Lebenserwartung: Mehr als die Hälfte der 83.270 im Jahr 2017 verstorbenen Personen war über 80 Jahre alt.

m Jahr 2017 lag die Lebenserwartung für Männer bei 79,3 Jahren und für Frauen bei 83,9 Jahren. Sehen wir uns die Erkenntnisse genauer an - sie sind sehr aufschlussreich.

Häufigste Todesursachen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs


Die zwei häufigsten Todesursachengruppen, Herz-Kreislauf-Krankheiten (33.125 Sterbefälle oder 39,8 Prozent) und Krebs (20.261 Sterbefälle oder 24,3 Prozent), verursachten im Jahr 2017 zusammen rund zwei Drittel aller Sterbefälle.

Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (6,4 Prozent), Verletzungen und Vergiftungen (5,3 Prozent), Krankheiten der Verdauungsorgane (3,5 Prozent) und auf sonstige Krankheiten (20,8 Prozent).

Höhere Sterblichkeit von Männern bei zahlreichen Krankheiten


Männer hatten nach wie vor eine um 4,6 Jahre niedrigere Lebenserwartung als Frauen und zeigten in zahlreichen Krankheitsgruppen eine deutlich erhöhte Sterblichkeit.

Innerhalb der bedeutendsten Todesursachengruppe, den Herz-Kreislauferkrankungen, war die höhere Sterblichkeit der Männer insbesondere beim Herzinfarkt augenfällig: Männer hatten ein doppelt so hohes Sterberisiko aufgrund von Herzinfarkt als Frauen.

Die Sterblichkeitsursachen im Detail


Unter den Krebssterbefällen zeigte sich eine erhöhte Männersterblichkeit bei fast allen Krebsarten. Vor allem bei Kehlkopfkrebs (7,8-mal höhere Sterblichkeit als Frauen), Speiseröhrenkrebs (5,2-mal), Krebs der Harnblase (3,8-mal), Krebs des Rachenraums (3,7-mal) und Leberkrebs (2,8-mal) war die Sterblichkeit von Männern wesentlich höher.

Bei Nierenkrebs, Lungenkrebs und Magenkrebs hatten Männer ein jeweils doppelt so hohes Sterberisiko wie Frauen. Auffallend war auch die höhere Sterblichkeit der Männer aufgrund von äußeren Ursachen wie Suiziden (4,3-mal höhere Sterblichkeit als Frauen) und Transportmittelunfällen (3,4-mal).

Bei seltener vorkommenden Todesursachen wie Stürzen oder unbestimmten Ereignissen wiesen Männer ebenfalls eine erhöhte Sterblichkeit auf. Darüber hinaus zeigte sich auch bei alkoholassoziierten Todesursachen wie Leberzirrhose (2,8-mal), Drogenabhängigkeit und Morbus Parkinson eine „Übersterblichkeit“ (so der Fachbegriff) der Männer.

Bei Frauen war in keiner Krankheitsgruppe eine signifikant höhere Sterblichkeit gegenüber Männern zu beobachten.

Höhere Sterblichkeit der Männer bei Lungenkrebs verringert sich


Das höhere Sterberisiko der Männer konnte in den vergangenen zehn Jahren vor allem in einer Krankheitsgruppe deutlich reduziert werden: Die Übersterblichkeit aufgrund von Lungenkrebs bei Männern war 2008 noch 2,7-mal und 2017 nur noch 2,0-mal höher als bei Frauen.

Dies ist einerseits auf die Reduktion des männlichen Sterberisikos, andererseits aber auch auf die Erhöhung der Lungenkrebssterblichkeit bei Frauen zurückzuführen.

Was die von der Statistik Austria erhobenen Todesursachen im Vorjahr betrifft, drängt sich diese eindeutige Lesart auf: Männer leben ungesünder als Frauen, dafür haben sie die Folgen zu tragen – nicht nur mit einem relativ verfrühten Tod, sondern auch mit Krankheiten und Beschwerden zu Lebzeiten.

Tröstlich hingegen ist der Gedanke, dass es für eine Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten nie zu spät ist. Vielmehr ist die beste Zeit dafür: jetzt! Bleiben Sie gesund!

25.06.2018   Zu viele Kicker verbringen „dritte Halbzeit“ im Spital

Fußball ist hierzulande zweitgefährlichster Breitensportart: Fußballverletzungen haben in den letzten drei Jahren um ein Viertel zugenommen, insbesondere Kopfverletzungen werden immer häufiger. Weil die staatliche Unfallversicherung bei Freizeitunfällen dieser Art aussteigt, braucht es eine private Unfallversicherung.

Ob der FC Liverpool wohl das Champions League-Finale gegen Real Madrid gewonnen hätte, wäre Sturmtank Mohamed Salah nicht von Reals Brutalo-Verteidiger Sergio Ramos derart unschön gestoppt worden? Wir erinnern uns: Ramos verdrehte Salahs Arm und ließ sich auf diesen fallen: Salah musste das Spielfeld verletzungsbedingt verlassen.

Im ersten Gruppe A-Spiel der WM 2018 wurde Salah noch geschont, in der Begegnung gegen Gastgeber Russland war er aber schon wieder in der Startelf aufgestellt, und konnte auch einen Elfmeter verwandeln, allein das reichte nicht: Russland bezwang Ägypten mit 3:1, das schon in der Vorrunde ausschied.

Während Fußballfans diese WM in Russland also mit Begeisterung verfolgen, darf nicht übersehen werden, dass das Spiel auf den heimischen Plätzen ständig seinen Tribut fordert. Pro Tag landen durchschnittlich 128 Personen nach einem Match im Spital, Hobbykicker genauso wie Vereinsspieler, so das Ergebnis einer aktuellen Allianz Unfallanalyse.

Ohne private Unfallversicherung drohen massive Kosten


Fußball ist damit nach dem Skifahren die zweitgefährlichste Breitensportart, die die Österreicher - Damen wie Herren - betreiben: Für rund 8 Prozent aller Spieler endet die Jagd nach dem runden Leder im Laufe eines Jahres mit einer erheblichen Verletzung.

Die staatliche Unfallversicherung greift bei Freizeitunfällen dieser Art nicht, warnt Silke Zettl, Versicherungsexpertin der Allianz. Ohne private Unfallversicherung können massive finanzielle Belastungen für die Betroffenen die Folge sein.

Bewegungsapparat ist am meisten gefährdet


46.900 Österreicher verletzten sich laut Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit im vergangenen Jahr beim Kicken derart, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Im Lauf der letzten drei Jahre stieg diese Zahl um fast ein Viertel.

90 Prozent aller Verletzungen betreffen den Bewegungsapparat, naturgemäß überwiegend die Beine. Muskel-, Bänder- und Sehnenverletzungen passieren laut Statistik am häufigsten, gefolgt von Knochenbrüchen und Prellungen. Auch Kopfverletzungen nahmen in den letzten Jahren deutlich zu und liegen bereits bei etwa fünf Prozent.

Fußball wird immer kampfbetonter


Fußball wird heute auch im Amateur- und Hobbybereich wesentlich körperbetonter als früher gespielt. Laut KFV geschehen rund ein Drittel der Verletzungen im direkten Kontakt mit einem Gegenspieler - ein Wert, den man sonst nur aus Kampfsportarten kennt.

Kein Wunder also, dass bereits jeder zehnte Leistungsfall in der Unfallversicherung der Allianz auf Fußball zurückzuführen ist.

Wichtig ist eine realistische Einschätzung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit, unbedingt aber ein umfangreiches Aufwärm- und Dehnprogramm, betonen Sportmediziner immer wieder: Vom Bürostuhl direkt aufs Spielfeld zu wechseln und den Stars nachzueifern, kann leicht schief gehen.

Private Unfallversicherung als Vorsorge


Zu empfehlen ist den rund 600.000 Personen, die in Österreich regelmäßig Fußball spielen, davon knapp ein Viertel in den 2.217 Vereinen des Landes, jedenfalls eine entsprechende Unfallvorsorge.

Auch, wer nur hin und wieder seine Fußballschuhe anzieht, sollte seine Versicherungssituation überdenken, damit einem eventuellen Sportunfall nicht auch noch ein finanzieller Schaden folgt.

Was Fußballfans noch interessieren könnte


Fans der deutschen Bundesliga wird die Seite fussballverletzungen.com sicher interessieren. Hier gibt es spannende Statistiken, beispielsweise die Verletzungstabelle 2017/18.

Demzufolge schneidet der Rasenball Leipzig am besten ab: Mit durchschnittlich „nur“ 27,05 Verletzungstagen pro Spieler liegen die Leipziger auf Platz eins. Hoffenheim ist Gesamtjahres-Zweiter mit deutlichem Abstand (33,86 Verletzungstage pro Spieler), selbst wiederum nur knapp vor Leverkusen (34,15 Tage/Spieler).

Die Bayern liegen mit durchschnittlich 51,14 Fehltagen pro Spieler auf einem Mittelfeldplatz (11. Rang) und Borussia Mönchengladbach ist mit 68,68 Ausfalltagen pro Spieler endgültig am Tabellenende angekommen. Zum Vergleich: Unter Lucien Favre hatte das Team 2014/15 noch am besten abgeschnitten.

Die dritte Halbzeit gehört nicht im Spital ausgetragen: Fußball gehört aufs Spielfeld, dort regiert „König Fußball“.

22.03.2018   Typische Irrtümer bei Kfz-Unfällen und Versicherungen

Wie ist eine Unfallmeldung auszufüllen? Wer ist überhaupt schuld? Aber auch: Inwieweit ist der Schaden gedeckt? Rund um Kfz-Haftpflichtversicherungen gibt es zahlreiche Fragen, auf die die Uniqa-Versicherung in einer Aussendung jetzt Antworten gab.

Man kann noch so umsichtig fahren - ein Verkehrsunfall kann schneller passieren, als man glaubt. Der erste Schock hat sich gelegt und zwangsläufig tauchen Fragen auf. Etwa die Frage nach dem Verschulden.

Und, natürlich: Welche Versicherung wird den Schaden übernehmen? Was das Schadensgeschehen Auffahrunfall betrifft, gehen in der Bevölkerung viele Gerüchte um. Weit verbreitete Irrtümer können aber aufgeklärt werden.

Muss man bei der Polizei melden?


„Bei einem Verkehrsunfall muss - im Prinzip - immer die Polizei verständigt werden?“ Falsch! Gibt es bei einem Unfall „nur“ einen Sachschaden, muss die Polizei nicht verständigt werden. Freilich müssen sich dazu die Unfallbeteiligten untereinander ausweisen können - mit Namen und Anschrift.

Wird dennoch die Polizei gerufen, wird eine Unfallmeldegebühr (die sogenannte „Blaulichtsteuer“) von 36 Euro fällig. Diese ist von jener Person zu bezahlen, die die Polizei verständigt hat (selbst, wenn diese den Unfall nicht verursacht hat).

Polizeiliche Anzeigepflicht besteht allerdings in jedem Fall bei Personenschaden.

„Wisch unter der Windschutzscheibe“


„Ich habe ein parkendes Auto beschädigt? Reicht doch, wenn ich meine Kontaktdaten in die Windschutzscheibe stecke.“ Falsch!

Wenn man einen Schaden verursacht hat, muss man das Kennzeichen notieren und den Schaden unverzüglich bei der Polizei melden. Eine Blaulichtsteuer fällt dann nicht an.

Handelt man aber wie oben („ … das mit dem Zettel wird schon passen!“) begeht man aus rechtlicher Sicht Fahrerflucht: Dann ist mit einer Geldstrafe zu rechnen.

„Das brauche ja nicht ich zu melden.“


„Ich bin ja nicht schuld! Deswegen muss ich den Schaden auch nicht der Versicherung melden.“ Falsch!

Generell lautet die Faustregel: Jedes Ereignis, das schadenersatzrechtliche Ansprüche nach sich ziehen könnte, muss der Versicherung gemeldet werden.

Ein Kfz-Schaden ist grundsätzlich in der Haftpflichtversicherung gedeckt. Unrechtmäßige Schadensforderungen kann die Versicherung aber nur ablehnen, wenn sie dazu imstande ist, sprich: wenn sie alle relevanten Informationen hat - und das alsbald.

Noch einmal die Faustregel: Jeder Unfall gehört - unabhängig vom Verschulden - binnen einer Woche der eigenen Haftpflichtversicherung gemeldet.

Wer über die Schuld entscheidet


Rein versicherungsrechtlich gesehen, hat die Polizei hierzulande keine Befugnis, zu entscheiden, wer schuld ist.

Ihre Aufgabe ist es lediglich, den Unfall aufzunehmen. Stets wird geprüft, ob möglicherweise ein strafbarer Verstoß vorliegt, etwa unterlassene Hilfeleistung.

Es ist Sache der Versicherung (allenfalls mithilfe eines Sachverständigen), den Unfallhergang zu beurteilen: hierbei dreht es sich um die Schadenshöhe und die Schuldfrage. Nachsatz: Im Ausland sieht dies freilich oft anders aus.

„Ich muss ja keinen Alkotest machen.“


Verweigert man den Alkomattest grundlos - medizinische Ursachen könnten allenfalls gegen so einen Test ins Treffen geführt werden -, muss die Behörde immer von „Schlimmsten“ ausgehen, in diesem Fall: vom höchstdenkbaren Alkoholisierungsgrad.

Die Folge: Neben einer beträchtlichen Geldstrafe, dem Führerscheinentzug und langwierigen Nachschulungen hat diese Einstufung nach dem höchsten Grad bei einem Unfall gravierende Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

Verbreiteter Irrtum bei Auffahrunfällen


Die StVO § 18 Absatz 1 schreibt Fahrzeuglenkern vor, zum vorausfahrenden Fahrzeug solch einen Abstand einzuhalten, dass „jederzeit das rechtzeitige Anhalten möglich ist, auch wenn das vordere Fahrzeug plötzlich abgebremst wird.“

Bei Auffahrunfällen ist die Schuldfrage nicht klar zu beantworten. Macht der Vordermann unversehens und ohne einleuchtenden Grund eine Vollbremsung, kann ihm eine Teilschuld zufallen.

Fährt man auf ein stehendes Auto auf, das unbeleuchtet und auch ungesichert auf der Straße abgestellt worden ist, trifft dessen Halter möglicherweise eine Teilschuld.

Unschuldig in den Malus?


Der Gesetzgeber kennt auch Unfallereignisse, bei denen der Fahrzeughalter ohne Verschulden haftet. Beispielsweise, wenn man - trotz regelmäßiger und ordnungsgemäßer Wartung - während der Fahrt einen Reifenplatzer hat.

Im hypothetischen Beispiel verliert man die Kontrolle über den Wagen und fährt in ein anderes Fahrzeug. In diesem Fall schützt die Haftpflichtversicherung und springt für die berechtigten Forderungen ein.

Wermutstropfen: Die Versicherungsleistung wirkt sich negativ auf die Bonus/Malus-Einstufung des „Unglücksraben“ aus.

Wer aller versichert ist


All Jene, die mit Wissen und Willen des Fahrzeughalters im Betrieb des Fahrzeuges tätig beziehungsweise aktiv sind, sind mitversichert. Darunter fällt also nicht nur der Lenker, sondern beispielsweise auch der Tankwart.

Dieser könnte ja - denkbar ist das - beim Betanken des Fahrzeugs einen Schaden verursachen. Aber selbstverständlich haben auch Personen, die mit dem Fahrzeug transportiert werden, oder sogar ein Passant, der den Fahrzeuglenker einweist, Versicherungsschutz.

Man sieht: Erst das Wissen macht sicher.

30.01.2018   Jeder sechste Verstorbene wurde keine 65 Jahre alt

Dass morgen noch alles ist wie heute, kann niemand garantieren. Doch insbesondere, wenn ein Ehepartner und/oder Elternteil eines minderjährigen Kindes noch im Erwerbsleben stirbt, ist es wichtig, dass die Angehörigen durch den Todesfall nicht auch noch in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Die Versicherungswirtschaft bietet hierzu passende Absicherungs-Möglichkeiten an.

Nach Daten der Statistik Austria hat ein in 2016 geborener Junge eine durchschnittliche Lebenserwartung von bis zu 79 Jahren. Bei einem im gleichen Jahr geborenen Mädchen liegt die Lebenserwartung im Durchschnitt bei bis zu knapp 84 Jahren. Doch dass noch lange nicht alle so alt werden, zeigt die Todesfallstatistik mit den Daten bis 2016. Von insgesamt fast 80.700 Personen, die 2016 verstorben sind, waren knapp 12.500 Personen unter 65 Jahre alt.

Demnach erreichten rund 15 Prozent aller in 2016 Verstorbenen das gesetzliche Pensionsalter eines Mannes – nicht, also rund jeder sechste Verstorbene war jünger als 65 Jahre. Insgesamt waren sogar fast elf Prozent der Verstorbenen, also mehr als jeder Neunte, jünger als 60 Lebensjahre – das bis 2024 gesetzliche Pensionsalter von Frauen. Zu etwa den gleichen prozentualen Werten kommt auch die Statistik für alle Personen, die in den Jahren von 2010 bis 2016 verstorben sind.

Die gesetzliche Hinterbliebenenpension reicht in der Regel nicht


Die Zahlen zeigen, dass man sich grundsätzlich nicht darauf verlassen kann, auch den Ruhestand zu erleben. Wenn man Familie hat, ist es umso wichtiger, dass im eigenen Todesfall die Angehörigen wie Ehepartner oder Kinder zumindest finanziell abgesichert sind, um ihren bisherigen Lebensstandard zu halten.

Denn die gesetzliche Hinterbliebenenpension, also Witwen-/Witwer- oder auch Waisenpension, sofern überhaupt ein Anspruch darauf besteht, ist in der Regel deutlich geringer als das bisherige Einkommen des Verstorbenen. Dies verdeutlichen folgende Daten des Handbuchs der österreichischen Sozialversicherung 2017, herausgegeben vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungs-Träger: Frauen, die 2016 eine gesetzliche Hinterbliebenenpension bezogen, bekamen im Durchschnitt 758 Euro monatliche Witwenpension.

Bei den Männern lag die durchschnittliche gesetzliche Witwerpension bei 338 Euro im Monat. Die Höhe der monatlichen Waisenpension für alle Kinder, die 2016 eine solche Pension erhielten, betrug im Durchschnitt 368 Euro. Da die gesetzliche Hinterbliebenenpension für eine finanzielle Absicherung der Angehörigen in der Regel nicht ausreicht, bietet die private Versicherungswirtschaft diverse Lösungen an, mit denen sich finanzielle Einkommenslücken entsprechend dem individuellen Bedarf schließen lassen.

Absicherungslösungen mit Beratung


In einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsmakler lässt sich unter anderem klären, wie hoch die Absicherungslücke im Todesfall unter Berücksichtigung einer gesetzlichen Hinterbliebenenpension wäre, damit die Hinterbliebenen ihren Lebensstandard halten könnten.

Der Versicherungsmakler könnte zudem individuell passende Vorsorgelösungen vorschlagen. Eine Hinterbliebenen-Absicherung ist zum Beispiel in Form einer Ablebensversicherung möglich. Derartige Polizzen zahlen an die Hinterbliebenen beziehungsweise an die im Vertrag festgelegte Person im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme.

Eine gegenseitige Absicherung für Paare, aber auch für Geschäftspartner wie zwei Inhaber einer Firma, gewährleistet eine Ablebensversicherung auf zwei verbundene Leben, auch Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit genannt. Bei einer solchen Polizze werden beide Partner als versicherte Person eingetragen. Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung und kann dieses Geld für den Lebensunterhalt oder beispielsweise bei Firmenpartnern auch für die Auszahlung von Angehörigen verwenden.

17.01.2018   Der beste Unfallschutz für Kinder in der eigenen Wohnung

In den eigenen vier Wänden gibt es oftmals viel mehr Gefahrenstellen für Kinder, als Eltern vermuten. Wie Eltern dieses Unfallrisiko minimieren können.

Der beste Unfallschutz für Kinder in der eigenen Wohnung

Die meisten Unfallrisiken für Kinder in einer Wohnung sind in der Küche, im Bad und sogar im Kinderzimmer selbst, aber auch in den übrigen Räumen anzutreffen. Viele davon sind jedoch vermeidbar.

Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich fast drei Viertel aller Kinderunfälle in den eigenen vier Wänden. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder lauern zu Hause zahlreiche Unfallgefahren.

Immer wieder kommt es zum Beispiel vor, dass Babys oder Kleinkinder vom Wickeltisch stürzen oder die Treppe hinunterfallen, kleine Dinge verschlucken und daran ersticken, sich mit heißen Speisen oder Getränken verbrühen, die Hand am Herd verbrennen oder gar in der Badewanne ertrinken. Viele dieser Unfallrisiken sind jedoch vermeidbar.

Gegen Stürze und Stolperfallen


Eltern sollten zum Beispiel beim Wickeln immer eine Hand am Kind halten. Heiße Getränke wie Kaffee oder Tee sowie warme Mahlzeiten sind außer Reichweite eines Kleinkindes zu stellen, um Verbrühungen des Kindes durch ein versehentliches Umkippen der Tasse oder des Tellers zu vermeiden. Tischdecken bergen ebenfalls ein unnötig hohes Unfallrisiko, da kleine Kinder oftmals daran ziehen, und dadurch Dinge, die auf dem Tisch stehen, auf sie fallen könnten.

Babys und Kleinkinder sollten zudem niemals ohne Aufsicht in der Badewanne sitzen gelassen werden, denn kleine Kinder können selbst bei einer geringen Wassertiefe von rund zehn bis 30 Zentimetern ihren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser heben und dadurch ertrinken. Gefährliche Stürze können unter anderem durch Treppenschutzgitter an Treppen, spezielle Sicherheitsriegel an Fenstern sowie Schutzgitter an Etagenbetten verhindert werden.

Zudem ist es wichtig, Stolperfallen wie lose an Boden herumliegende Kabel zu vermeiden. Des Weiteren sollten alle Regale und/oder Schränke, an denen sich Kinder hochziehen und diese leicht zum Umfallen bringen könnten, an der Wand oder am Boden verankert sein. Eine Verletzungsgefahr bergen außerdem Möbel mit spitzen Ecken und Kanten. Aber auch Türen ohne Klemmschutz sowie kleine Zwischenräume bei Möbeln bergen die Gefahr, dass sich Kinder die Finger einklemmen.

Gefährliche Lampen im Kinderzimmer


Offenes Feuer wie zum Beispiel brennende Kerzen zählen zu den häufigsten Brandauslösern. Daher gilt es in der Umgebung von Kindern, Zündquellen zu vermeiden, das heißt, offenes Kerzenlicht hat in einem Kinderzimmer nichts verloren.

Aber auch Halogenleuchten können als Nachttisch- oder Kinderschreibtischlampe zur Brandgefahr werden. Sie erreichen eine Oberflächentemperatur von bis zu 400 Grad Celsius und können brennbare Materialien wie Papier oder Stoffe in Brand setzen. Laut Experten haben sichere Lampen für Kinderzimmer nicht mehr als 24 Volt.

In allen Haushalten gehören neben einem Feuerlöscher auch Rauchwarnmelder zu den bedeutendsten Schutzmaßnahmen. Rauchwarnmelder müssen laut Richtlinien des österreichischen Instituts für Bautechnik in allen Aufenthaltsräumen sowie in Gängen – mit Ausnahme der Küche – installiert werden. Kommt es zu einem Brand, warnt der Rauchmelder frühzeitig mit einem schrillen Alarmton und verschafft damit den Erwachsenen wichtige Zeit, Kinder aus der Gefahrenzone zu retten und die Feuerwehr zu rufen.

Kleine Dinge mit dramatischen Auswirkungen


Um Vergiftungen oder ein Ersticken zu vermeiden, haben verschluckbare Kleingegenstände wie Knöpfe, Heftklammern, Ringe, Münzen, Erbsen, Nüsse, aber auch giftige Pflanzen, Medikamente, Zigaretten, Alkohol und Putzmittel nichts in der Reichweite von Kleinkindern zu suchen. Ein hohes Erstickungsrisiko stellen zudem herumliegende Plastikeinkaufstüten, die ein Kind über den Kopf stülpen könnte, dar. Auch herunterhängende Schnüre, beispielsweise an Vorhängen oder Rollos, können für ein Kind schnell zur Strangulationsfalle werden und sind daher zu vermeiden.

Schutz vor teils tödlichen Stromunfällen bieten Kindersicherungen in jeder Steckdose und das Wegräumen von elektrischen Geräten. Küchengeräte wie Toaster, Mixer, Rührgeräte, Fritteuse, Wasserkocher und Kaffeemaschinen sind umgehend nach Gebrauch am besten so aufzubewahren, dass ein kleines Kind nicht versehentlich ein solches Gerät einschalten und sich daran verletzen oder verbrennen kann.

Um Verletzungen bei Kindern vorzubeugen, sollten auch gefährliche Dinge wie scharfe Messer, Scheren, lange Fleischgabeln oder Fleischklopfer nach dem Gebrauch für Kinder unerreichbar, zum Beispiel in eine gesicherte Schublade weggeräumt werden. Ein hohes Unfallrisiko birgt auch der Küchenherd, daher sollten die Herdplatten mit einem Herdschutzgitter gegen das Herunterziehen der Töpfe gesichert werden. Griffe und Stiele der beim Kochen verwendeten Töpfe und Pfannen sollten zudem nach hinten gedreht werden, damit kleine Kinder nicht daran ziehen können.

Mehr Sicherheit für Kinder


Weitere Expertentipps, Checklisten, Broschüren und Filme, wie sich Kinderunfälle vermeiden lassen, enthalten die KFV-Webportale www.visionzero.at und www.bewusst-sicher-zuhause.at sowie der Webauftritt der deutschen Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Spezielle Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass sich ein Kind verletzt, enthält das Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (www.gesundheit.gv.at).

Trotz aller Vorsicht kann es jedoch immer – egal ob im oder außer Haus – zu einem Unfall kommen und das betreffende Kind sollte dann zumindest finanziell abgesichert sein. Eine private Vorsorge ist dazu besonders wichtig, da die gesetzliche Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung bei schweren Unfallfolgen wie einer dauerhaften Invalidität den künftigen Lebensunterhalt meist nicht ausreichend absichert. Eine gesetzliche Unfallversicherung leistet bei Kindern zudem in der Regel nur bei Unfällen, die im Zusammenhang mit dem Schul- oder Kindergartenbesuch stehen.

Die meisten Unglücke ereignen sich jedoch in der Freizeit und da besteht kein gesetzlicher Unfallschutz. Im Gegensatz dazu bietet zum Beispiel eine private Unfallversicherung weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz. Außerdem ist die Höhe der Kapitalsumme oder/und Rentenleistung, die im Invaliditätsfall vom Versicherer gezahlt werden, in einer solchen privaten Versicherungspolizze individuell wählbar.

24.10.2017   So kommt das Haus unbeschadet durch Herbst und Winter

So kommt das Haus unbeschadet durch Herbst und Winter

Feuchtigkeit, Schnee und Kälte können einem Gebäude ziemlich zusetzen. Wenn vorhandene Mängel nicht beseitigt oder Räume unzureichend beheizt werden, kann es unter anderem schnell zu Regenwasserschäden, Schimmelbildung oder aufgefrorenen Rohren kommen. Zudem lassen sich oft bereits mit wenigen Maßnahmen die Heizkosten merklich reduzieren.

Selbst kleine Mängel an einem Gebäude können im Herbst und Winter schnell zu teuren Schäden führen. Daher ist es noch vor Beginn der kalten Jahreszeit wichtig, das Haus oder die Wohnung auf mögliche Makel zu inspizieren. Vieles, wie die Kontrolle, inwieweit Tür- und Fensterdichtungen noch in Ordnung sind, können Hauseigentümer je nach handwerklichem Geschick selbst kontrollieren und gegebenenfalls reparieren.

Andere Arbeiten, wie die Überprüfung eines Daches oder die regelmäßige Wartung der Heizung, sollten unter anderem aus Sicherheitsgründen lieber von einem Fachmann durchgeführt werden. Doch nicht nur das Gebäude selbst, auch der Außenbereich sollte inspiziert werden.

Die richtige Kontrolle: Vom Außenbereich …


Denn nur, wenn Sickerschächte oder Abläufe im Garten oder auf den Zufahrtswegen sowie Regenrinnen und Fallrohre frei von Laub und Schmutz sind, kann das Regen- und Schmelzwasser ungehindert ablaufen. Anderenfalls könnte sich das Wasser aufstauen und zum Beispiel in die Garage oder durch Kellerschächte ins Haus eindringen. Defekte oder verschmutzte Regenrinnen könnten zudem dazu führen, dass unkontrolliert ablaufendes Wasser Schäden am Mauerwerk verursacht.

Damit es bei Minusgraden nicht zu Frostschäden an außen liegenden Wasserleitungen und Gartenschläuchen sowie Regentonnen und Springbrunnen kommt, sind diese rechtzeitig zu entleeren und alle wasserführenden Außenanschlüsse zuzudrehen.

Werden im Außenbereich beschädigte oder lose gewordene Bodenplatten auf Treppen, Wegen, Terrassen und Plätzen nicht repariert, werden aus vermeintlich kleineren Schäden nicht selten durch Regen und Frost gefährliche Stolperfallen.

… bis ins Gebäudeinnere


Das Gebäude selbst sollte vom Dach bis zum Keller auf mögliche Mängel inspiziert werden. So sollten die Dachplatten weder defekt noch verschoben sein. Ansonsten kann schnell Feuchtigkeit ins Gebäude eindringen. Zerbrochene oder lose Dachplatten bieten zudem Herbst- und Winterstürmen, aber auch einer Eis- und Schneedecke eine höhere Angriffsfläche als ein intaktes Dach, was das Schadenrisiko erhöht.

Antennen, Solar- oder auch Photovoltaikanlagen müssen ebenfalls schadenfrei und gut verankert sein, damit Stürme, Eis und Schnee hier keinen Schaden anrichten können. Am Dach angebrachte Schneefanggitter helfen, unkontrolliert abgehende Eis- und Schneelawinen zu verhindern.

In allen Räumen sollten sich die Fenster, Außen- und Terrassentüren richtig schließen lassen, damit weder Kälte noch Feuchtigkeit ins Haus eindringen oder ein Sturm schadhafte Fenster oder Türen aufdrücken kann. Wenn notwendig, lassen sich Fenster und Türen beispielsweise an den Scharnieren nachjustieren. Um Heizkosten zu sparen, ist es zudem sinnvoll, poröse oder eingerissene Fenster- und Türdichtungen zu erneuern.

Richtig heizen und sparen


Apropos Heizung: Wenn die Heizung in der kalten Jahreszeit ausfällt, ist das nicht nur besonders ärgerlich, sondern kann auch zu teuren Frostschäden führen. Deswegen sollte die Heizung einmal im Jahr, am besten vor oder nach der Heizperiode, oder wenn es gesetzliche Regelungen vorsehen auch öfters, kontrolliert und gewartet werden. Eventuell müssen zum Beispiel die Heizkörper entlüftet und/oder der Heizkessel gereinigt werden. Zudem sollte man genügend Brennvorräte – je nach Heizart also zum Beispiel Öl, Gas, Holz oder Pellets – bevorraten.

Prinzipiell ist es nach Angaben von Experten wichtig, dass alle Räume, auch die, die nur wenig oder nicht genutzt werden, temperiert sind. Werden nämlich einzelne Räume nicht beheizt und sinkt deshalb die Raumtemperatur stark ab, kann dies zu einer Kondensfeuchtigkeit an den Wänden und Fenstern und damit zu Schimmelbildung führen. Außerdem können selbst isolierte wasserführende Leitungen und Rohre beispielsweise im unbeheizten Keller oder Dachgeschoss einfrieren.

Übrigens: Nach Angaben des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) kann man mit der Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius eine Energieeinsparung um rund sechs Prozent erreichen. Allerdings sollte die Temperatur von Schlafräumen nicht dauerhaft unter 16 Grad Celsius liegen, da es sonst zu Kondensation von Feuchtigkeit und damit zur Schimmelbildung kommen kann. Weitere Tipps, wie sich zum Teil mit wenigen Maßnahmen beim Heizen und Lüften Geld sparen lässt, enthält das BMLFUW-Webportal.

09.10.2017   Viele schätzen die Unfallrisiken falsch ein

Jeder Zweite hält es laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) für wahrscheinlich, einen Unfall im Straßenverkehr zu erleiden. Dagegen erachten weit weniger, nämlich nur jeder Vierte, einen Unfall im eigenen Haushalt für wahrscheinlich. Tatsächlich ereignen sich aber im Wohnbereich wesentlich mehr Unfälle als im Verkehr, wie eine Unfallstatistik belegt.

Wenn man sich an der Wohnungstür voneinander verabschiedet, sollte man eher dem, der zu Hause bleibt, ein „Pass auf dich auf“ zurufen als dem, der sich auf den Weg macht, meint der Verband der Versicherungs-Unternehmen Österreichs (VVO) mit Blick auf die Unfallstatistik.

Denn von den 792.100 Unfallverletzten, die es laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) letztes Jahr gab – außerhalb eines Spitals versorgte Verletze sind hier noch gar nicht eingerechnet –, entfielen nur zehn Prozent auf den Verkehr, 39 Prozent waren dagegen Haushaltsunfälle.

Fast 307.000 Verletzte bei Haushaltsunfällen


Im Detail verletzten sich 2016 nach Angaben des KFV 792.100 Personen bei Unfällen so schwer, dass sie in einem Spital ärztlich versorgt werden mussten, davon die Mehrheit, nämlich knapp 39 Prozent oder 306.800 Personen während eines Haushaltsunfalles.

36 Prozent oder 288.800 Menschen verletzten sich bei einem Unfall in der Freizeit, 14 Prozent (114.600 Personen) während der Arbeit oder im Rahmen des Schulunterrichts und zehn Prozent (81.900 Personen) im Straßenverkehr. Insgesamt verloren letztes Jahr mehr als 2.500 Menschen durch einen Unfall ihr Leben.

„Alle zwei Minuten verletzt sich eine Person in den eigenen vier Wänden so schwer, sodass eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist“, so KR Prof. Elisabeth Stadler, Vizepräsidentin des Roten Kreuzes. „Während die Unfallzahlen in anderen Lebensbereichen wie zum Beispiel im Straßenverkehr zurückgehen, steigt die Zahl der Haushaltsunfälle an. Dass sich im Haushalt beinahe vier Mal so viele Unfälle wie im Straßenverkehr ereignen, ist vielen nicht bewusst“, wie Stadler weiter betont.

Die Hälfte hält einen Verkehrsunfall für wahrscheinlich


Eine Umfrage des KFV belegt, dass zwischen dem realen Unfallgeschehen einerseits und der Risikoeinschätzung durch die Bevölkerung andererseits eine hohe Diskrepanz besteht.

Laut KFV-Direktor Othmar Thann erachten es laut einer aktuellen KFV-Umfrage nur drei Prozent der Bürger für „sehr wahrscheinlich“, zu Hause einen Unfall zu erleiden. Weitere 21 Prozent halten es für „eher wahrscheinlich“. Zugleich seien jedoch sieben Prozent der Meinung, dass es sehr wahrscheinlich sei, im Straßenverkehr zu verunglücken, und weitere 43 Prozent gaben an, dass dies eher wahrscheinlich sei.

Insgesamt halten demnach 24 Prozent einen Haushaltsunfall für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich, beim Straßenunfall sind dies jedoch mehr als doppelt so viele, nämlich 50 Prozent. Aber: „Die Realität ist umgekehrt“, wie Othmar Thann mit Blick auf die tatsächlichen Unfallzahlen feststellt. „Das Unfallrisiko im Haushalt ist vier Mal so groß wie im Straßenverkehr“, so Thann.

Absicherung für den Ernstfall


Doch egal, wo etwas passiert, wenn es zum Unfall kommt, sollte der Betroffene zumindest finanziell abgesichert sein. Eine private Vorsorge ist vor allem deshalb wichtig, da die gesetzliche Unfallversicherung fast nur Arbeits- oder Schulunfälle abdeckt, die meisten Unglücke sich jedoch in der Freizeit ereignen. Zudem reichen die gesetzlichen Unfallleistungen oft nicht aus, damit bei schweren Unfallfolgen wie einer dauerhaften Invalidität der künftige Lebensunterhalt ausreichend abgesichert ist.

Im Gegensatz zur gesetzlichen bietet eine private Unfallversicherung weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz. Die Höhe der im Invaliditätsfall vom Versicherer zu zahlende Kapitalsumme oder/und Rentenleistung ist in der Regel individuell wählbar.

Eine umfassende Einkommensabsicherung bietet eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung. Sie leistet eine vertragliche vereinbarte Rente, wenn ein Erwerbstätiger seinen bisherigen Beruf dauerhaft wegen eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt ausüben kann.

03.10.2017   Die unfallreichsten Tätigkeiten bei der Berufsausübung

Im Durchschnitt verunfallten 2016 jede Woche fast 1.980 Arbeiter, Angestellte und Selbstständige, die bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt versichert waren, auf dem Arbeitsweg oder während der Ausübung ihres Berufes. Das sind über ein Prozent mehr als letztes Jahr. 106 Erwerbstätige starben bei einem Arbeitsunfall. Doch nicht der Umgang mit Maschinen ist im Hinblick auf die Hauptursachen für Arbeitsunfälle die risikoreichste Tätigkeit.

2016 waren 3,51 Millionen Erwerbstätige, konkret etwa 1,26 Millionen Arbeiter und 1,73 Millionen Angestellte, sowie fast 525.600 Selbstständige bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA) gesetzlich unfallversichert. Davon erlitten rund 102.874 Personen einen Arbeits- oder Wegunfall und damit 1,4 Prozent mehr als noch in 2015. 106 Personen starben dabei – 67 bei einem reinen Arbeits- und 39 bei einem Wegunfall.

Im Detail ereigneten sich 91.248 reine Arbeitsunfälle – also Unfälle während der Arbeitsausübung –, das waren 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem gab es 2016 11.626 Wegunfälle – Unfälle auf dem Weg von oder zur Arbeit –, was einer Zunahme im Vergleich zu 2015 um 3,7 Prozent entspricht. Anteilig verunfallten weit mehr Arbeiter als Angestellte und Selbstständige. Insgesamt erlitten 2,9 Prozent aller Erwerbstätigen einen Arbeits- oder Wegeunfall – im Einzelnen waren es jedoch 5,5 Prozent aller Arbeiter und „nur“ 1,5 Prozent aller Angestellten sowie 0,6 Prozent aller Selbstständigen.

Die Hauptgründe für Arbeits- und Wegunfälle …
Nach den Daten der AUVA führte insbesondere der Verlust der Kontrolle über Maschinen, Transportmittel, Handwerkzeug oder auch Tieren zu den meisten Arbeits- und Wegunfällen. Fast 42.300 Unfälle wurden 2016 dadurch verursacht. Insgesamt starben dabei 64 Menschen. Damit war dies auch der häufigste Grund für einen tödlichen Arbeits- oder Wegunfall. Alleine über 7.300 verletzten sich und 36 Personen starben bei einem Wegunfall beim Fahren oder Mitfahren eines Fahrzeugs wie Pkw, Motorrad oder auch Fahrrad.

An zweiter Stelle der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle liegen Stürze und Abstürze von Personen mit über 22.600 Arbeits- und Wegunfällen und 20 tödlich Verunfallten. Etwa 17.000 Beschäftigte verunfallten und fünf starben während einer Bewegung ohne eine körperliche Belastung, beispielsweise beim Gehen oder Laufen. Davon waren es knapp 4.300 Verletzte und drei Unfalltote bei einem Wegunfall, zum Beispiel als Fußgänger.

Mehr als 11.300 verunfallten bei einer Bewegung mit körperlicher Belastung, also zum Beispiel beim Tragen oder Heben von Gegenständen. Rund 6.500 verletzten sich und zwölf starben, weil Gegenstände wie Regale, Arbeitsmittel oder Güter zusammenstürzten, fielen, brachen oder rutschten.

… sowie für reine Arbeitsunfälle
Die meisten reinen Arbeitsunfälle, nämlich über 26,3 Prozent beziehungsweise knapp 24.000 Unfälle, ereigneten sich bei einer Bewegung, also zum Beispiel, weil Betroffene beim Gehen, Laufen, Hinauf- oder Hinabsteigen ausrutschten, sich anstießen oder umknickten. Knapp 22,4 Prozent oder mehr als 20.400 der Arbeitsunfälle passierten beim Arbeiten mit Handwerkzeugen wie mit Messern, Spritzen oder Schraubenziehern.

Zu fast ebenso vielen Unfällen kam es bei der manuellen Handhabung von Gegenständen wie beim Öffnen oder Schließen, in der Hand halten, Auf- oder Abhängen, Ein- oder Ausgießen oder auch beim Befestigen von Dingen. Beim Transportieren von Sachen per Hand, also unter anderem beim Tragen, Ziehen, Hochheben oder auch Schieben, ereigneten sich 13,0 Prozent beziehungsweise fast 11.900 aller Arbeitsunfälle.

Die Bedienung einer Maschine – von der Bohrmaschine bis zur Produktionsanlage – führte zu knapp 7,8 Prozent aller Arbeitsunfälle und damit zu über 7.100 Unfällen. Beim Fahren oder Mitfahren mit einem Fahrzeug oder Transportmittel wie Fahrrad, Pkw oder Gabelstapler gab es mehr als 4,5 Prozent der reinen Arbeitsunfälle, nämlich fast 4.300 Unfälle.

Besonders gefährliche Tätigkeiten und Gefahrenstellen
Alleine fast 3.600 Arbeitsunfälle sind auf rutschige Böden zurückzuführen. Knapp 3.800 Personen verunfallten auf einer Treppe und 2.800 im Zusammenhang bei Arbeiten mit einer Leiter oder Trittleiter. Mehr als 5.500 Arbeitsunfälle ereigneten sich beim Umgang mit Messer oder Cutter, fast 2.100 bei Tätigkeiten mit Nadeln oder Spritzen und 1.300 beim Arbeiten mit Hammer oder Steinschlägel. 1.400 Personen verunfallten bei Arbeiten mit einem Trenn- beziehungsweise Winkelschleifer.

Übrigens: Auch wenn nach einem Arbeits- oder Wegunfall ein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung besteht, reichen diese nicht immer aus, um die aufgrund eines dauerhaften Gesundheitsschadens anfallenden Kosten und entstehenden Einkommenslücken auszugleichen. Zudem gibt es die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung auch nur, wenn es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall gehandelt hat.

Unfälle in der Freizeit – und das sind die meisten Unfälle –, fallen nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Um einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz abzudecken, bietet die private Versicherungswirtschaft jedoch zahlreiche Lösungen an. Beispielsweise greift eine private Unfallversicherung im Gegensatz zum gesetzlichen Unfallschutz weltweit und rund um die Uhr. Eine Einkommensabsicherung für den Fall, dass nach einem Unfall oder einer Krankheit dauerhaft kein Beruf mehr ausgeübt werden kann, ist mit einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung möglich.

19.06.2017   Durchschnittliche Witwen-/Witwerpension unter 720 Euro

Ende letztes Jahr erhielten hierzulande über 450.000 Bürger eine gesetzliche Witwen- oder Witwerpension. Die durchschnittliche Pensionshöhe je Bezieher belief sich auf knapp 717 Euro. Allerdings war die Pensionshöhe für Witwer im Durchschnitt nicht einmal halb so hoch wie die der Witwen. Dies geht aus einer veröffentlichten Statistik des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungs-Träger hervor.

Als gesetzliche Hinterbliebenen-Absicherung gibt es, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, für einen verwitweten Ehepartner die Witwen-/Witwerpension. Laut dem Handbuch der österreichischen Sozialversicherung 2017 des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungs-Träger erhielten im Dezember 2016 454.861 Bürger eine gesetzliche Witwen-/Witwerpension von durchschnittlich 717 Euro im Monat.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen der Höhe der Witwen- und der Witwerpension, wie die Statistik zeigt. 410.133 Frauen bekamen im Dezember 2016 eine Witwenpension in Höhe von durchschnittlich 758 Euro monatlich. In der gleichen Zeit erhielten 44.728 Witwer eine Witwerpension in einer durchschnittlichen Höhe von 338 Euro.

Voraussetzungen für eine Hinterbliebenenpension


Im Einzelnen betrug die durchschnittliche Hinterbliebenenpension einer Witwe eines verstorbenen Arbeiters, der in der Pensionsversicherungs-Anstalt (PVA) versichert war, 636 Euro. Bei einem Witwer waren es im Schnitt 264 Euro. Eine Witwe eines in der PVA versicherten Angestellten erhielt im Durchschnitt 992 Euro und ein Witwer 424 Euro. Hinterbliebene, deren verstorbene Ehepartner in der Sozialversicherungs-Anstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) pensionsversichert waren, hatten eine durchschnittliche Witwenpension von 800 Euro beziehungsweise Witwerpension von 435 Euro.

Prinzipiell gilt bezüglich der Hinterbliebenenrente für die Versicherten in der PVA und der SVA: Verstirbt ein Ehepartner, der entweder die vorgeschriebene Mindestversicherungs-Zeit (Wartezeit) erfüllt, bereits eine Pension bezog oder wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ums Leben kam, erhält der hinterbliebene Ehepartner eine Witwen-/Witwerpension.

Unter den gleichen Voraussetzungen hat auch ein geschiedener Ehepartner, sofern der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes verpflichtet war, ihm einen Unterhalt zu zahlen, einen Anspruch auf eine Hinterbliebenenpension und zwar in der Regel maximal bis zur Höhe des Unterhaltsanspruchs.

Mindestversicherungs-Zeit


Die Mindestversicherungs-Zeit gilt unabhängig vom Alter generell als erfüllt, wenn der Verstorbene mindestens 180 Beitragsmonate im Rahmen einer Pflicht- oder freiwilligen Versicherung oder mindestens 300 Versicherungsmonate in der Pensionsversicherung aufweisen kann. Anspruch auf eine Hinterbliebenenpension besteht aber auch, wenn der Verstorbene eine vom Alter abhängige Wartezeit erfüllt: Die Mindestversicherungs-Zeit ist auch erfüllt, wenn der Verstorbene am Sterbetag jünger ist als 27 Jahre und mindestens sechs Versicherungsmonate vorweisen kann.

Ist der Verstorbene zum Todeszeitpunkt noch keine 50 Jahre alt, gilt die Mindestversicherungs-Zeit auch erfüllt, wenn er in den letzten 120 Kalendermonaten – diese Zeit heißt Rahmenzeit – 60 Versicherungsmonate erworben hat. Ist der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes 50 Jahre oder älter, erhöht sich die Mindestversicherungs-Zeit für den Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente.

Und zwar von 60 Versicherungsmonaten um jeweils einen Lebensmonat, den der Verstorbene am Todestag über 50 Jahre alt war, höchstens jedoch auf insgesamt 180 Versicherungsmonate. Gleichzeitig erhöht sich die Rahmenzeit – also die Zeit, in der die Mindestversicherungs-Zeit zu erfüllen ist – eines ab 50-Jährigen, um jeweils zwei Kalendermonate je Lebensmonat, den der Verstorbene am Sterbetag über 50 Jahre alt war, höchstens jedoch auf maximal 360 Kalendermonate.

Wann die Witwer-/Witwenpension zeitlich begrenzt ist


Normalerweise wird die Witwer-/Witwenpension ohne zeitliche Begrenzung ausbezahlt. War jedoch der hinterbliebene Ehepartner am Todestag des Partners unter 35 Jahre alt oder war der Verstorbene zum Zeitpunkt der Heirat bereits Pensionist oder älter als 65 Jahre (bei Männern) beziehungsweise als 60 Jahre (bei Frauen), ist die Witwer-/Witwenpension auf 30 Monate begrenzt. In den genannten Fällen gilt die Begrenzung jedoch nicht, wenn in der Ehe ein Kind geboren wurde oder wenn die Ehe mindestens zehn Jahre bestanden hat. Dann wird die Pension ohne Zeitlimit ausbezahlt.

Zudem gilt: Wenn der Verstorbene zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits Pensionist und der Hinterbliebene am Tag des Ablebens seines Ehepartners über 35 Jahre alt war, wird die Pension ebenfalls zeitlich unbegrenzt ausbezahlt, wenn die Ehe je nach Altersunterschied eine bestimmte Mindestdauer erfüllt. Bei Ehepartnern mit bis zu 20 Jahren Altersunterschied muss dazu die Ehe mindestens drei Jahre, bei einem Altersunterschied von über 20 bis zu 25 Jahren mindestens fünf Jahre und bei einem Altersunterschied von über 25 Jahren mindestens zehn Jahre bestanden haben.

Und noch eine Ausnahme: War der Hinterbliebene am Sterbetag seines Ehepartners 35 Jahre oder älter und der Verstorbene zum Zeitpunkt der Eheschließung älter als 65 Jahre (bei Männern) beziehungsweise als 60 Jahre (bei Frauen) und dauerte die Ehe länger als zwei Jahre, gibt es ebenfalls keine zeitliche Begrenzung.

Wie sich die Höhe der Witwe-/Witwerpension berechnet


Die Witwen-/Witwerpension beträgt zwischen null bis maximal 60 Prozent der Alterspension, die der Verstorbene hatte oder gehabt hätte. Die Prozenthöhe hängt von der Relation des Einkommens der letzten zwei oder vier Jahre (Berechnungsrundlage) des Verstorbenen gegenüber der Berechnungsgrundlage (Einkommen im gleichen Zeitraum) des hinterbliebenen Ehepartners ab. Die Formel lautet: Höhe des Prozentsatzes = 70 minus (30 mal (Berechnungsgrundlage des Hinterbliebenen geteilt durch Berechnungsgrundlage des Verstorbenen)).

War das Einkommen des Verstorbenen genauso hoch wie das des Hinterbliebenen, ergibt sich daraus eine Hinterbliebenenpension von 40 Prozent der Alterspension. Wenn der Hinterbliebene weit mehr Einkommen, nämlich das 2,33-Fache des Verstorbenen hatte, sind es null Prozent, das heißt, es wird keine Witwen-/Witwerpension bezahlt. Wenn das Einkommen des Verstorbenen jedoch mindestens dreimal so hoch war wie das des Hinterbliebenen, erhält der Hinterbliebene die maximal möglichen 60 Prozent der rechnerischen Alterspension des Verstorbenen als Witwen-/Witwerpension.

Laut Bundeskanzleramt gilt zudem: Liegt der ermittelte Prozentsatz unter 60 Prozent und das Gesamteinkommen des Überlebenden mit der Hinterbliebenenpension unter 1.925,32 Euro, wird der Prozentsatz auf 60 Prozent erhöht, maximal jedoch, bis das Gesamteinkommen 1.925,32 Euro erreicht und 60 Prozent nicht überschritten sind.

Grundlegende Informationen


Heiratet ein Hinterbliebener wieder und stand ihm bisher eine zeitlich unbefristete Hinterbliebenenpension zu, entfällt diese ab Heiratsdatum, allerdings erhält er dann eine Abfertigung in Höhe des 35-Fachen der bisherigen Witwen-/Witwerpension. Mehr Einzelheiten zur Witwen- oder Witwenpension enthalten die Webportale der jeweiligen Pensionsversicherungs-Träger.

Unter anderem gibt es dazu von der Pensionsversicherungs-Anstalt (PVA) auch eine kostenlos downloadbare zehnseitige Informationsbroschüre „Witwen(Witwer)-pension“. Von der Sozialversicherungs-Anstalt der gewerblichen Wirtschaft stehen zwei Flyer zur Verfügung, nämlich einer über die Hinterbliebenenpension im Allgemeinen und einer zur Berechnung der Witwen- und Witwerpension.

Da die gesetzliche Hinterbliebenenpension für eine finanzielle Absicherung der Angehörigen oft nicht ausreicht, bietet die private Versicherungswirtschaft diverse Lösungen an, mit denen sich finanzielle Absicherungslücken entsprechend dem individuellen Bedarf schließen lassen. Hilfe dabei gibt es vom Versicherungsmakler.

10.04.2017   Am häufigsten ereignen sich Unfälle im Privatbereich

Am häufigsten ereignen sich Unfälle im Privatbereich

Knapp 795.000 Menschen verunfallten 2016 – etwas weniger als im Jahr zuvor. Das zeigt die aktuelle Unfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Nach wie vor haben Heim- und Freizeitunfälle den mit Abstand größten Anteil am Unfallgeschehen in Österreich. Während die Zahl der Verkehrs- und Arbeitsunfälle sinken, ist ein ähnlicher Effekt bei Heim- und Freizeitunfällen offenbar noch nicht eingetreten.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) erhebt in der Österreichischen Unfalldatenbank Verletzungsmuster und Häufigkeiten von Unfällen. Wie das KFV jüngst mitteilte, verunglückten 2016 österreichweit über 794.600 Menschen bei Unfällen, 2015 waren es noch rund 801.000 Personen. 2.548 Personen starben 2016 an den Folgen eines Unfalls, wie das KFV unter Berufung auf vorläufige Daten der Statistik Austria weiter berichtet.

Die gute Nachricht ist somit, dass die Zahl der Unfälle gegenüber 2015 leicht – um 0,8 Prozent – zurückgegangen ist. Und: Die Anzahl der Verletzten ist „in den letzten zehn Jahren um neun Prozent gesunken“, so das KFV. Die Anzahl der Toten und Schwerverletzten stagniere allerdings seit Jahren auf hohem Niveau.

Die meisten Unfälle passieren zu Hause und in der Freizeit

„Nach wie vor haben Heim- und Freizeitunfälle den mit Abstand größten Anteil am Unfallgeschehen in Österreich“, sagt KFV-Direktor Othmar Thann. Insgesamt 595.600 Verletzte, die medizinisch behandelt werden mussten, gab es bei Heim-, Freizeit- und Sportunfällen. „Erfreuliche Rückgänge“ seien in den vergangenen Jahren nur bei Verkehrsunfällen sowie bei Unfällen in der Arbeit oder Schule erreicht worden. „Im Heim- und Freizeitbereich gilt es daher, endlich, ähnlich wirksame Programme und Maßnahmen wie im Verkehrsbereich zu installieren“, folgert Thann.

Im Detail zeigt sich, dass sich letztes Jahr 306.800 Menschen bei Haushaltsunfällen verletzt haben. „Damit sind das eigene Zuhause und die nähere Wohnumgebung der häufigste Unfallort.“ 36 Prozent aller Unfälle (288.800 Verletzte) ereigneten sich in der Freizeit oder beim Sport. So gab es knapp 200.000 Unfälle bei der Sportausübung in der Freizeit, im Verein oder in der Schule, und zwar am häufigsten beim Fußballspiel, beim Ski- und Snowboarden sowie beim Wandern und Radfahren.

Bei Straßenverkehrsunfällen verletzten sich 81.900 Personen. 14 Prozent aller Unfälle ereigneten sich in der Arbeit beziehungsweise in der Schule. Daraus ergibt sich, dass Heim-, Freizeit- und Sportunfälle für fast drei Viertel aller Unfallverletzten die Ursache waren.

Finanzielle Vorsorge für private Unfälle

Die gesetzliche Absicherung durch die Sozialversicherungen wie die gesetzliche Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung reicht oftmals nicht aus, damit bei einer unfallbedingten Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit ein ausreichendes Einkommen auf Dauer gewährleistet ist. Der gesetzliche Unfallschutz greift zum Beispiel bei Haus-, Sport- und sonstigen Freizeitunfällen in der Regel grundsätzlich nicht. Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch bedarfsgerechte Lösungen an, um die möglichen finanziellen Folgen einer Unfallverletzung abzusichern.

Eine private Unfallversicherung gilt beispielsweise weltweit und rund um die Uhr. Mit einer vorher vereinbarten Kapitalsumme im Invaliditätsfall lassen sich mit einer privaten Unfallpolizze auch zusätzliche Aufwendungen für eine behindertengerechte Wohnung auffangen. Zudem können meist weitere Leistungen wie etwa eine Todesfallsumme, ein Krankenhaustagegeld, Zuschüsse bei kosmetischen Operationen oder die Übernahme von vereinbarten Bergungskosten eingeschlossen werden.

Sollte man aufgrund eines bleibenden gesundheitlichen Schadens nicht oder nur noch sehr eingeschränkt berufs- oder erwerbstätig sein können, leistet eine abgeschlossene private Erwerbs- und/oder Berufsunfähigkeits-Versicherung in Form einer monatlichen Rentenzahlung. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schaden beim Unfall – egal ob beim Sport oder anderswo – oder durch eine Krankheit verursacht wurde.
 

27.02.2017   Versicherungsprämien durch Selbstbehalt senken

Es gibt zahlreiche Versicherungsarten, bei denen die Versicherer dem Versicherungskunden eine Selbstbeteiligung beziehungsweise einen Selbstbehalt anbieten. Vereinbart der Kunde einen derartigen Selbstbehalt, trägt er im Schadenfall einen festgelegten und im Vergleich zum möglichen Risiko in der Regel niedrigen Betrag am Schaden selbst. Dafür jedoch ist die Versicherungsprämie um einiges niedriger als ohne einen vereinbarten Selbstbehalt.

Eine Selbstbeteiligung im Schadenfall wird häufig bei Haushalts-, Eigenheim-, Wohngebäude- oder Reiseversicherungen sowie bei Kfz-Kasko-, privaten Kranken-, Haftpflicht- und Rechtsschutz-Versicherungen angeboten. Ein vereinbarter Selbstbehalt kann entweder ein festgelegter Betrag und/oder ein vereinbarter prozentualer Schadensanteil sein, der im Schadenfall vom Versicherungskunden selbst zu tragen ist. Die Art und Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung ist in der jeweiligen Versicherungspolizze vermerkt.

Dauerhaft profitiert der Versicherungskunde von einer vereinbarten Selbstbeteiligung: Denn während der vereinbarte Selbstbehalt nur fällig wird, wenn es zu einem Schadenfall kommt, ist die Versicherungsprämie dauerhaft niedriger als ohne eine Selbstbeteiligung. Je höher die vereinbarte Selbstbeteiligung, desto günstiger ist auch die Versicherungsprämie.

Wann sich ein Selbstbehalt auszahlt

Am meisten spart der Versicherungskunde, der einen Selbstbehalt vereinbart hat, wenn er nie einen Schaden erleidet. Doch auch wer eine durchschnittliche Schadenhäufigkeit hat, zahlt insgesamt durch die Prämienersparnis aufgrund einer Selbstbeteiligung, obwohl er den vereinbarten Teil des Schadens im Schadenfall selbst tragen muss, auf längere Sicht weniger, als wenn er keinen Selbstbehalt hätte.

Wie lange man schadenfrei sein muss, damit sich eine Selbstbeteiligung lohnt, ist einfach zu berechnen: Die Höhe des Selbstbehaltes geteilt durch den Beitragsunterschied zwischen den Tarifen mit und ohne Selbstbehalt ergibt die Anzahl der Jahre.

Beispiel: Selbstbehalt 100 Euro, Jahresbeitrag 150 Euro ohne und 130 Euro mit Selbstbehalt (Unterschied 20 Euro), also 100/20 = 5 Jahre. Wer nach fünf Jahren oder später einen Schaden erleidet, spart durch die niedrigere Jahresprämie, die aufgrund des vereinbarten Selbstbehaltes gewährt wurde, insgesamt gesehen mehr ein, als ihn die Selbstbeteiligung im Schadenfall letztendlich kostet.

Vorteil auch bei einer hohen Schadenhäufigkeit

Nur wer überdurchschnittlich viele Versicherungsschäden hat, kann durch einen vereinbarten Selbstbehalt finanziell schlechtergestellt sein. Doch selbst dann kann sich eine vereinbarte Selbstbeteiligung positiv auswirken. Wer nämlich Schäden hat, deren Höhe geringer ist als die zu bezahlende Selbstbeteiligung, und diese Schäden gar nicht erst meldet, verringert das Risiko, dass ihm die Versicherung wegen vieler Schäden kündigt.

Prinzipiell sollten der Versicherungsschutz und die damit verbundenen Prämien und Aufwendungen als Ganzes gesehen werden, denn wer in allen Polizzen tragbare Selbstbehalte vereinbart, erhält eine ansehnliche Beitragsersparnis.

Damit lassen sich zum einen mögliche Kleinschäden problemlos selbst bezahlen. Zum anderen spart man insgesamt durch die niedrigeren Prämien mehr ein, als wenn man alle Versicherungspolizzen ohne Selbstbeteiligung vereinbart und somit höhere Versicherungsprämien in Kauf genommen hätte.
 

09.01.2017   Inwieweit zugeschneite Verkehrszeichen gültig bleiben

Während die Bedeutung einiger Verkehrsschilder schon alleine durch deren Form klar ist, ist dies bei anderen nicht so. Gerade diese Tatsache spielt eine große Rolle bei der Frage, wie sich ein Verkehrsteilnehmer zu verhalten hat, wenn er an ein Verkehrszeichen kommt, das von Schnee ganz oder zum überwiegenden Teil bedeckt ist.

Verkehrszeichen, deren Bedeutung bereits aufgrund ihrer äußeren Form erkennbar ist, wie zum Beispiel das achteckige Halt- oder das auf der Spitze stehende, dreieckige Vorrang-geben-Verkehrsschild, behalten ihre Gültigkeit, selbst wenn sie von Schnee komplett bedeckt sind.

Wann Verkehrszeichen nicht mehr gelten

Dagegen können Verkehrstafeln, die alleine von der Form nach mehrere Bedeutungen haben können, ihre Verbindlichkeiten verlieren. Unter diese Regelung fallen zum Beispiel die dreieckigen Gefahren- sowie runden Vorschriftszeichen, die eine Geschwindigkeits-Beschränkung, eine vorgeschriebene Fahrtrichtung oder ein Überholverbot bis hin zu einem Einfahrverbot anzeigen.

Sind die genannten Schilder mit Schnee bedeckt und können Verkehrsteilnehmer deren Bedeutung deswegen nicht erkennen, müssen die Verkehrssituation und die allgemeingültige Straßenverkehrsordnung beachtet werden. Das heißt, ein Autofahrer muss sich in so einem Fall beispielsweise an die sonst üblichen Geschwindigkeits-Regelungen wie Tempo 50 km/h innerorts halten beziehungsweise sein Tempo den Straßen- und Witterungsverhältnissen anpassen.

Wer beispielsweise trotz verschneiter Straßen mit 100 Stundenkilometern auf der Landstraße unterwegs ist und wegen dieser für die Wetterverhältnisse unangepassten Geschwindigkeit einen Unfall verursacht, muss mit einer Strafe rechnen.

Besondere Regelungen für Bodenmarkierungen

Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) verlieren Verkehrsregeln, die ausschließlich durch Bodenmarkierungen angezeigt werden, ihre Rechtsgültigkeit, wenn sie vom Schnee bedeckt und daher nicht mehr erkennbar sind. Dies gilt beispielsweise für Richtungspfeile, die eine Abbiegespur anzeigen. Für diesen Fall gelten die allgemeingültigen Verkehrsregeln.

Kfz-Fahrer, die aufgrund der Straßenbreite vermutlich auf einer Straße mit mehreren Fahrstreifen unterwegs sind, dürfen dann beispielsweise laut Automobilclub ÖAMTC „nur vom jeweils äußeren Fahrstreifen rechts oder links abbiegen“. Dr. Armin Kaltenegger vom KFV rät zudem: „Ortskundige, die wissen, wie die Richtungspfeile normalerweise verlaufen, sollten darauf achten, dass die Verkehrsteilnehmer sich anders verhalten als gewohnt.“

Vom Schnee verdeckte Bodenmarkierungen gelten dagegen weiter, wenn zusätzlich ein lesbares Verkehrszeichen verdeutlicht, was die Markierungen bedeuten. So behalten zum Beispiel Fußgängerübergänge, die neben einer zugeschneiten Bodenmarkierung durch ein erkennbares Verkehrsschild oder ein gelbes Blinklicht angezeigt werden, ihre Gültigkeit. Auch Kurzparkzonen, die prinzipiell nicht nur durch eine Bodenmarkierung, sondern auch durch ein entsprechendes Verkehrszeichen gekennzeichnet sind, gelten bei geschlossener Schneedecke weiter.
 

12.09.2016   Warum der gesetzliche Unfallschutz nicht ausreicht

Wer glaubt, dass er bei einem Unfall in seiner Freizeit genauso gesetzlich abgesichert ist wie während der Arbeitszeit, der irrt. Und selbst wenn zum Beispiel ein Anspruch auf eine Rentenleistung der gesetzlichen Unfallversicherung (Versehrtenrente) besteht, reicht diese oft nicht aus, um beispielsweise unfallbedingte Einkommenseinbußen auszugleichen. Wie niedrig die ausbezahlten Versehrtenrenten im Durchschnitt letztes Jahr waren, zeigt eine aktuelle Statistik.

Prinzipiell leistet die soziale Unfallversicherung nur bei Unfällen, die sich während einer Tätigkeit, welche im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit oder Ausbildung stehen, ereignen oder die auf dem direkten Hin- beziehungsweise Heimweg zur Arbeits- oder Ausbildungsstätte passieren. Für Unfälle im Haushalt, beim Sport, im Straßenverkehr, beispielsweise auf dem Weg zum Einkaufen oder zu Freunden, sowie bei allen anderen Freizeitaktivitäten besteht kein gesetzlicher Unfallschutz.

Dabei passieren rund 75 Prozent aller Unfälle, bei der eine Spitalbehandlung notwendig ist, in der Freizeit, wie unter anderem Statistiken des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) und der Träger der sozialen Unfallversicherung belegen.

Gesetzlich geregelter Unfallschutz

Träger der sozialen Unfallversicherung sind: die Allgemeine Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA), die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA), die Sozialversicherungs-Anstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA), die Sozialversicherungs-Anstalt der Bauern (SVB) und die Versicherungs-Anstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB). Je nach Personenkreis sind unterschiedliche Unfallversicherungs-Träger zuständig. So sind zum Beispiel Selbstständige, Arbeitnehmer, Kindergartenkinder, Schüler und Studenten bei der AUVA pflichtversichert.

Die Leistungen der sozialen Unfallversicherung sind gesetzlich geregelt. So zahlt die AUVA unter anderem für Unfallheilbehandlungen und Rehabilitationen, wenn der Versicherte infolge eines Arbeitsunfalles oder auch im Falle einer auftretenden Berufskrankheit behandelt werden muss.

Der Versicherte kann zudem Anspruch auf eine Versehrtenrente haben, wenn seine Erwerbsfähigkeit unter anderem über drei Monate nach Eintritt des Versicherungsfalles hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist. Sie soll helfen, den durch die Minderung der Erwerbsfähigkeit bedingten Einkommensausfall und die Mehrbelastung durch die Behinderung auszugleichen.

Wenn der Unfall bleibende Folgen hat

Bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit beträgt die Jahresrente zwei Drittel der Bemessungsgrundlage. Es handelt sich dann um eine Vollrente. Als Bemessungsgrundlage gilt in der Regel die Summe der beitragspflichtigen Bruttoentgelte im letzten Jahr vor Eintritt des Versicherungsfalles bis maximal zur Höchstbeitragsgrundlage, geteilt durch 14.

Liegt die Erwerbsfähigkeit zwischen 20 bis unter 100 Prozent, bekommt der Versicherte eine Teilrente. Die Höhe berechnet sich aus jenem Teil der Vollrente, der dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit entspricht. Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit ab 50 Prozent gibt es zur Teilrente – oder bei einer 100-prozentigen Erwerbsminderung zur Vollrente – zudem eine Zusatzrente, was insgesamt als Schwerstversehrtenrente bezeichnet wird.

2015 zahlte die AUVA den Betroffenen eine durchschnittliche Versehrtenrente bei einer Erwerbsminderung von 20 bis 49 Prozent in Höhe von rund 331 Euro und bei einer Erwerbsminderung von 50 bis 99 Prozent von 1.037 Euro. Noch niedriger waren die durchschnittlichen Teilrenten für verunfallte Bauern, deren gesetzlicher Unfallversicherungs-Träger die SVB ist. Hier betrug die durchschnittliche Versehrtenrente bei einer Erwerbsminderung von 20 bis 49 Prozent nur 159 Euro und bei einer Erwerbsminderung von 50 bis 99 Prozent 661 Euro.

Die Lücken der gesetzlichen Absicherung schließen

Wie die Zahlen zeigen, ist die Versehrtenrente der gesetzlichen Unfallversicherung begrenzt, sodass diese die Einkommenslücke zum bisherigen Aktiveinkommen oftmals nicht ausgleichen kann. Voraussetzung, um überhaupt eine Versehrenrente zu erhalten, ist zudem, dass für einen Unfall überhaupt ein gesetzlicher Unfallschutz besteht. Dies ist jedoch für einen Großteil der Unfälle nicht der Fall, wie zum Beispiel für Freizeit- und Verkehrsunfälle, die in keinem Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit stehen.

Außerdem besteht für einige Personengruppen wie für Hausfrauen und -männer sowie Säuglinge kein Versicherungsschutz durch die soziale Unfallversicherung. Um einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz abzudecken, bietet jedoch die private Versicherungswirtschaft zahlreiche Lösungen an. Zu nennen ist unter anderem eine private Unfallversicherung. Sie bietet im Gegensatz zur sozialen Unfallversicherung einen Versicherungsschutz, der in der Regel weltweit und rund um die Uhr, also egal ob es sich um einen Arbeits-, Verkehrs- oder Freizeitunfall handelt, gilt.

Zudem kann die Höhe der Kapitalsumme oder/und Rentenleistung für den Invaliditätsfall individuell passend zur persönlichen Situation gewählt werden. Erwerbstätige können für die Einkommensabsicherung im Falle, dass sie nach einem Unfall, aber auch nach einer Krankheit dauerhaft nicht mehr in der Lage sind, ihren bisherigen Beruf auszuüben, eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung abschließen.
 

11.08.2016   Die unterschätzte Dauer der Pension

Laut der aktuellen Umfrage schätzen die Österreicher die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen auf 81,7 Jahre, jene der Männer auf 77,4 Jahre. Das ist zu wenig, wie Daten der Statistik Austria zeigen.

Die GfK Austria GmbH hat auch heuer wieder im Auftrag einer Versicherung die Österreicher zum Thema Vorsorge und Pension befragt. An der aktuellen Vorsorgestudie nahmen 1.000 Österreicher im Alter von 15 bis 65 Jahren teil.

Unter anderem wurde auch nach der Lebenserwartung gefragt. Die Studienteilnehmer schätzten, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen bei 81,7 Jahren und die der Männer bei 77,4 Jahren liege.

Lebenserwartung zu niedrig eingeschätzt

Vergleicht man die Einschätzung der Befragten mit den Daten der Statistik Austria, so zeigt sich: Die Österreicher liegen nicht ganz richtig, sie unterschätzen die Lebenserwartung um einiges.

Laut Statistik Austria lag die Lebenserwartung für 1970 geborene Männer zum Zeitpunkt ihrer Geburt bei 66,5 Jahren und stieg bis 2014 auf 78,9 Jahre. Ein 60-Jähriger hatte statistisch gesehen 1970 noch 14,9 Jahre zu leben (ferne Lebenserwartung). Auch dieser Wert verdoppelte sich fast bis zum Jahre 2014. Ein 60-Jähriger lebte nämlich statistisch gesehen im Jahre 2014 noch weitere 22,1 Jahre.

Bei den Frauen lag die Lebenserwartung 1970 bei der Geburt bei 73,4 Jahren. Diese durchschnittliche Lebenserwartung stieg bis 2014 auf 83,7 Jahre. Die fernere Lebenserwartung der 60-Jährigen lag 1970 noch bei 18,8 Jahren und stieg bis 2014 auf insgesamt noch 25,8 Jahre.

Was eine höhere Lebenserwartung für den Einzelnen bedeutet

Doch was hat die längere Lebenserwartung für Auswirkungen auf den Einzelnen? Wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Pensionsdauer rechnen und braucht demnach für längere Zeit ein entsprechendes Pensionseinkommen, um seinen Lebensabend sorgenfrei genießen zu können. Mit steigendem Alter nimmt statistisch aber auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken.

Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.


 

14.06.2016   Das Gewitter- und Blitzrisiko steigt mit zunehmender Hitze

Ein Blitz hat eine Spannung von bis zu 100 Millionen Volt und eine Stromstärke von rund 30.000 Ampere, in seltenen Fällen auch bis 400.000 Ampere. Die Luft um den Blitz wird schlagartig auf bis zu 30.000 Grad Celsius erhitzt. Schlägt ein Blitz in ein Gebäude ein, kann dies zu Brand und anderen teuren Schäden führen. Für einen Menschen kann ein Blitzschlag tödlich sein. Welche Absicherung es davor gibt und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind.

Nach Angaben der Ubimet GmbH, eines Unternehmens für meteorologische Dienstleistungen, ortete das firmeneigene Blitzortungssystem letztes Jahr 763.526 Blitze in Österreich. 30 Prozent aller Blitze wurden in der Steiermark gezählt. Es ist damit das blitzreichste Bundesland. In den Sommermonaten von Mai bis September gibt es viel häufiger Gewitter und Blitze als in den übrigen Monaten, da sich in dieser Zeit die bodennahe Luft stärker aufheizt als sonst und dies vermehrt zu Gewittern mit Blitzen führt. Alleine im Juni und Juli letzten Jahres wurden insgesamt über 610.800 Blitze gezählt.

Zwar sind Blitze ein faszinierendes Naturschauspiel, aber sie können auch verheerende Schäden anrichten und im schlimmsten Fall Menschenleben kosten. Denn zum einen kann ein Blitzschlag, selbst wenn er im Abstand von einigen Metern neben einem einschlägt, zu schwersten Verletzungen bis hin zum Tod führen. Zum anderen sind Blitzeinschläge häufig die Ursache für Haus- und Waldbrände. Selbst wenn ein Blitz irgendwo anders einschlägt, kann dies zu Überspannungsschäden an Heizungs- und Steueranlagen, Elektrogeräten und sonstigen stromführenden Systemen führen.

Sich selbst schützen

Naht eine Gewitterfront, kann über die Schallgeschwindigkeit geschätzt werden, wann das Gewitter vor Ort eintrifft. Der Schall legt nämlich in drei Sekunden etwa einen Kilometer zurück. Liegen zwischen dem Auftreten eines Blitzes und dem darauffolgenden Donner weniger als zehn Sekunden, ist das Gewitter bereits gefährlich nahe. Dann hat man in der Regel weniger als zehn Minuten Zeit, um einen sicheren Ort wie ein Gebäude mit Blitzableitern oder ein Fahrzeug mit einer Ganzmetallkarosserie zu erreichen.

Wer sich vor einem Gewitter nicht mehr in Sicherheit bringen kann, sollte darauf achten, dass er nicht das höchste Objekt im Gelände ist. Der Grund: Hohe Gegenstände werden häufiger vom Blitz getroffen als niedrigere. Wegen der Gefahr eines Blitzüberschlages sollte der Abstand zu großen Gegenständen wie Bäumen rund zehn Meter, sowie zu Masten, Metallzäunen, Außenwänden und zu anderen Personen mindestens drei Meter betragen.

Grundsätzlich sind Gewässer, Berggipfel, Sportplätze, Aussichtstürme und Dachterrassen, Zelte sowie offene Cabriolets und Zweiräder bei einem herannahenden Gewitter sofort zu verlassen, denn auch sie gelten als Anziehungspunkte für Blitze. Unter Brücken oder in Mulden ist es dagegen relativ sicher. Wer sich bei einem Gewitter im Freien befindet, sollte nach Sicherheitsexperten mit geschlossenen Füßen in die Hocke gehen, da dies die eigene Sicherheit erhöht.

Blitzschutz für Haus und Hausrat

Weitere umfassende Tipps, wie man sich und sein Hab und Gut vor einem Blitzeinschlag schützen kann, sind im Webportal www.vde.com/vorblitzenschuetzen des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) enthalten. Hier gibt es zudem die kostenlos bestell- und herunterladbare Broschüre „Blitze: So können Sie sich schützen“. Der Ratgeber enthält unter anderem Präventionsmaßnahmen gegen Blitzunfälle sowie Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass eine Person durch einen Blitz verletzt wurde.

Nach Angaben des VDE hilft beispielsweise ein äußerer Blitzschutz (Blitzableiter), um seine Immobilie gegen Blitzschäden zu schützen. Das Überspannungsschaden-Risiko kann durch Überspannungsschutz-Geräte, auch Grob- und Feinschutzgeräte genannt, vermindert werden. Um empfindliche Geräte wie Fernseher, Stereoanlagen und Computer gegen eine Überspannung zu schützen, sind Feinschutzsysteme wie ein Feinschutzstecker, der zwischen Steckdose und zu schützendes Gerät eingesteckt wird, sinnvoll.

Ein schadensträchtiger Fehlstrom, der durch einen Blitzeinschlag im Umkreis von mehreren Hundert Metern zum Haus entstehen kann und in den Hausstromkreis fließt, lässt sich durch Grobschutzgeräte, die ein Elektrofachexperte im Verteilerkasten installiert, verhindern. Doch trotz aller Sicherungsmaßnahmen gibt es keinen 100-prozentigen Schutz gegen Blitzschäden. Daher ist es wichtig, zumindest die Schäden und die daraus entstehenden finanziellen Folgen, die durch einen Blitzeinschlag möglich sind, abzusichern.

Damit ein Blitzschaden nicht die Existenz kostet

Einen entsprechenden Versicherungsschutz bei Schäden an der Immobilie durch einen Blitzeinschlag bietet die Eigenheim- oder Gebäudeversicherung. Schäden, die ein Blitzeinschlag am Hausrat verursachen kann, lassen sich mit einer Haushaltsversicherung abdecken.

Wer Wert darauf legt, dass reine Überspannungsschäden infolge eines indirekten Blitzschlages an Elektrogeräten, PCs, Telekommunikations-Anlagen und der Heizungssteuerung mitversichert sind, sollte darauf achten, dass dies auch ausdrücklich in der jeweiligen Polizze vereinbart ist.

Wurde das Auto durch einen Blitzschlag beschädigt, übernimmt eine bestehende Teilkasko-Versicherung die Reparaturkosten. Zudem deckt eine Teilkasko unter anderem auch Schäden durch Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Felssturz, Erdrutsch, Lawinen, Schneedruck, Überschwemmung und durch einen Unfall mit einem Haarwild ab. Eine Vollkasko-Versicherung zahlt nicht nur bei Teilkaskoschäden, sondern darüber hinaus auch, wenn der Fahrer fahrlässig einen Unfall verursacht hat, bei dem sein eigener Pkw beschädigt wurde.
 

19.04.2016   Die Küche und ihre Unfallrisiken für Kinder

Die Küche ist für zahlreiche Kinder ein faszinierender Spielplatz. Doch besonders für Kinder, die unter zehn Jahre alt sind, gibt es in einer Küche auch zahlreiche Unfallrisiken. Deshalb sollten Eltern von jüngeren Kindern einige Grundregeln beachten, wenn ihr Sprössling in der Küche auf Entdeckungsreise geht.

Die beste Vorbeugung gegen Verletzungen bei Kindern in der Küche ist unter anderem das sofortige Wegräumen gefährlicher Dinge an für die Kleinen unerreichbare Plätze. Das betrifft vor allem scharfe Messer und Scheren, lange Fleischgabeln oder Fleischklopfer, die zum Beispiel im Nischenschrank oder in einer gesicherten Schublade gelagert werden sollten.

Auch elektrische Kleingeräte wie Toaster, Mixer, Rührgeräte und Kaffeemaschinen sind in einem abschließbaren Schrank aufzubewahren, damit beispielsweise ein Kind nicht versehentlich ein solches Gerät einschalten und sich daran verletzen oder verbrennen kann.

Hohe Vergiftungsgefahr

Grundsätzlich sollte man in einem Haushalt mit Kindern Haushaltsreiniger wie Wasch- und Spülmittel, aber auch sonstige gefährliche Substanzen wie Entkalker, Medikamente, Lampenöl, Spiritus und Flüssigdünger nach der Verwendung umgehend wegräumen und nur verschlossen aufbewahren. Der Sicherheit von Kindern dient es auch, nur Haushaltsreiniger mit kindersicheren Verschlüssen zu kaufen und niemals Reinigungsflüssigkeiten in Getränkeflaschen umzufüllen.

Es besteht bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen eine besonders hohe Vergiftungsgefahr, nicht nur durch Chemikalien, sondern auch durch verdorbene Lebensmittel oder andere gefährliche Stoffe, da ihre Geschmacksnerven noch nicht voll ausgebildet sind. Unter Umständen nehmen sie deshalb Dinge, bei denen sich ein Erwachsener überwinden müsste, ohne Widerwillen in den Mund oder essen sie. Verdorbene Lebensmittel wie angeschimmeltes Brot sind deshalb immer sofort zu entsorgen.

Übrigens: Alkohol führt bei Kindern schon in geringsten Mengen zu Vergiftungen. Daher gilt es, Flaschen mit alkoholischem Inhalt in der Küche sowie in der übrigen Wohnung nie in Reichweite von Kindern aufzubewahren oder stehen zu lassen.

Gegen das Erstickungsrisiko

Ein hohes Erstickungsrisiko stellen unter anderem herumliegende Plastikeinkaufstüten, die ein Kind über den Kopf stülpen könnte, dar. Besonders gefährlich für Kleinkinder bis vier Jahre sind zudem Kleinteile wie Knöpfe, Heftklammern, Ringe und Münzen, aber auch Erbsen, Nüsse oder sonstige Hülsenfrüchte, die sie verschlucken und daran ersticken könnten.

Nach Angaben des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können beispielsweise Nüsse, insbesondere Erdnüsse, aufgrund ihrer geringen Größe und der öligen Oberfläche leicht in die Luftröhre und tiefere Bereiche der Luftwege gelangen und so zu bleibenden Schäden bis hin zum Erstickungstod führen. Derartige Dinge dürfen nie in der Reichweite von Kleinkindern liegen gelassen werden.

Eine hohe Verbrennungsgefahr für Kindern besteht bei heißen Speisen und Getränken oder erhitzten Gefäßen. Diese sollten daher immer außer Reichweite von Kindern abgestellt werden. Selbst eine Thermostat-Mischbatterie kann gefährlich sein, wenn die Temperatureinstellung für das zu erhitzende Wasser so hoch ist, dass sich ein Kind daran verbrennen könnte.

Wie sich Verbrennungen vermeiden lassen

Eine hohe Gefahr für Kinder stellt in der Küche insbesondere der Herd dar. Seiner Sicherung sollte man deshalb besondere Aufmerksamkeit schenken. Das Kochfeld sollte mit einem Herdschutzgitter gegen das Herunterziehen der Töpfe gesichert werden.

Um Unfälle zu vermeiden, können auch nur die hinteren und damit für Kinder teils unerreichbaren Kochfelder genutzt werden. Zudem sind die Griffe und Stiele der Töpfe und Pfannen nach hinten zu drehen, damit kleine Kinder nicht daran ziehen können.

Immer wieder ereignen sich mitunter auch tödliche Unfälle, weil Kinder beim Versteckspielen in eine Gefriertruhe, einen Einbau- oder Kühlschrank kriechen und eine ins Schloss gefallene Tür von innen nicht mehr geöffnet werden kann. Solche „Fallen“ sind daher unbedingt mit zusätzlichen Außenverriegelungen zu sichern, damit Kinder gar nicht ins Innere gelangen können.

Finanzieller Schutz nach einem Unfall

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch zu einem Unfall, ist eine schnelle und richtige Hilfe unabdingbar. Im Öffentlichen Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit wird online beschrieben, was die wichtigsten Maßnahmen bei der Ersten Hilfe bei Kindern sind.

Die Versicherungswirtschaft bietet diverse Lösungen, damit Kinder nach einem erlittenen Unfall wenigstens finanziell abgesichert sind. Ist ein Spitalaufenthalt für ein verunfalltes Kind notwendig, sorgt zum Beispiel eine private Krankenzusatz-Versicherung dafür, dass das Kind ohne Kostenrisiko einen maximalen Komfort, zum Beispiel durch eine Unterbringung in einem Sonderklassezimmer mit Chefarztbehandlung, erhält.

Mit einer privaten Unfallversicherung erhält das versicherte Kind je nach Vereinbarung bei bleibenden Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls eine Versicherungssumme und/oder eine Rente ausgezahlt. Zusätzliche Leistungen für den Fall eines Unfalles wie ein Spitalsgeld, Zuschüsse für kosmetische Operationen oder die Erstattung von sonstigen Unfallkosten, zum Beispiel von Heil-, Bergungs- und Rückholkosten, werden oftmals optional angeboten. Eine private Unfallversicherung schützt bei Unfällen rund um die Uhr und weltweit.
 

22.03.2016   Folgenreicher Sturz auf der Skipiste

In einer aktuellen Entscheidung musste sich der Oberste Gerichtshof (OGH) mit einem Unfall auseinandersetzen, bei dem 2011 ein Skifahrer tödlich verunglückte. Die Entscheidung zeigt, dass auch ein Skipistenhalter unter bestimmten Umständen für Unfälle und den daraus folgenden Schäden haften muss.

Ein Skifahrer war 2011 auf einer circa 60 Meter breiten Piste, die mittelschwer eingestuft ist, tödlich verunfallt. Talseitig mündet die Piste in einen quer verlaufenden schmalen Skiweg. Für einen aufmerksamen Skifahrer ist aus 180 Metern Entfernung erkennbar, dass eine Richtungsänderung nach links bevorsteht. Das volle Ausmaß dieser Richtungsänderung – mehr als 90 Grad – ist jedoch nicht vorhersehbar.

Rechts, talseitig des Skiwegs befindet sich eine Steilböschung mit 83-Prozent-Gefälle, an deren Fuß mehrere Bäume stehen. Der talseitige Rand des Skiwegs war zum Unfallzeitpunkt durch Stangen und ein dazwischengespanntes Absperrband abgesichert. Der Verunglückte kannte das Skigebiet und die Pistenführung. Er trug einen Helm und fuhr die Piste mit etwa 60 bis 65 Stundenkilometern in großen Carvingschwüngen ab.

Hinterbliebene klagten gegen Pistenbetreiber

Im Bereich einer Linkskurve verkantete er, verlor das Gleichgewicht und schlug mit der Schulter auf, ehe er vom Sturzpunkt in der Mitte des Skiwegs über den talseitigen Pistenrand hinausgeriet und gegen eine Baumgruppe prallte. Dabei erlitt er tödliche Kopfverletzungen. Warntafeln oder „Slow-Langsam-Banner“ waren im Unfallbereich nicht aufgestellt. Die Witwe und die Kinder des Verstorbenen verklagten den Pistenhalter gerichtlich auf Schadenersatz auf die bereits erlittenen und alle künftigen Schäden aus dem Skiunfall.

Sie argumentierten, der Pistenhalter habe seine vertragliche Pistensicherungspflicht verletzt. Das an den Pistenrand anschließende, sehr stark zu einer Baumgruppe abfallende Gelände bilde selbst für einen umsichtigen Skifahrer eine beträchtliche Gefahrenquelle – der Pistenhalter hätte die Absturzstelle durch ein Fangnetz absichern müssen. Der Pistenhalter bestritt jegliche Haftung. Abfahrt und Skiweg hätten beim Befahren keine Schwierigkeiten aufgewiesen; das an die Piste anschließende Gelände samt Bäumen sei leicht erkennbar gewesen, so sein Argument.

Die Verpflichtung zur Errichtung eines Fangzauns habe unter diesen Umständen nicht bestanden. Die aufgestellten Signalstangen mit dem dazwischengespannten Band samt Signalfähnchen hätten nur Signal- und keine Sicherungsfunktion gehabt. Die Kärntner Pistengütesiegel-Kommission habe vor, aber auch nach dem Unfall eine Sicherungspflicht verneint. Der Unfall sei auf die überhöhte Geschwindigkeit und einen Fahrfehler zurückzuführen. So die weiteren Ausführungen des Pistenhalters.

Oberster Gerichtshof musste entscheiden

Nachdem der Fall durch mehrere Instanzen lief, traf letztendlich der Oberste Gerichtshof (OGH) die endgültige Entscheidung (2Ob186/15i). Ein Pistenhalter muss laut OGH nur atypische Gefahren sichern, also solche, die unter Bedachtnahme auf das Erscheinungsbild und den angekündigten Schwierigkeitsgrad der Piste „auch für einen verantwortungsbewussten Skifahrer unerwartet oder schwer abwendbar“ sind. Dies betreffe vor allem Hindernisse, die ein Skifahrer nicht ohne Weiteres erkennen oder trotz Erkennbarkeit nur schwer vermeiden kann.

Die Verpflichtung zur Pistensicherung erstrecke sich nach ständiger Rechtsprechung auch auf den Pistenrand, weil mit dem Sturz eines Skifahrers über den Pistenrand hinaus jederzeit, also auch bei mäßiger Geschwindigkeit, gerechnet werden müsse. Atypische Gefahrenquellen seien daher auch dann zu sichern, wenn sie sich knapp neben der Piste befinden. Bei Skipisten, die bis auf wenige Meter an abbrechende Felsen, Steilflanken oder ähnliche Geländeformationen heranführen, seien „eben wegen dieser jederzeitigen Sturzgefahr geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen“.

Im vorliegenden Fall habe die Piste im Bereich der Linkskurve an eine steile Böschung herangeführt, an deren Fuß mehrere Bäume stehen. Allerdings sei die Kurve schon aus ausreichender Entfernung gut erkennbar gewesen, ebenso der bewaldete Abhang, der die talseitige Pistenbegrenzung des querenden Skiwegs bildet. Der Pistenrand sei durch ein Absperrband mit farbigen Fähnchen gekennzeichnet und das Gelände dem Unfallopfer überdies bekannt gewesen.

Zur Reichweite der Randsicherungspflicht

Der OGH verwies in dem Zusammenhang auf eine frühere OGH-Entscheidung (1Ob41/00m), wo unter ähnlichen Voraussetzungen „die Verneinung einer Verletzung der Sicherungspflicht gebilligt“ worden sei. Dort sei aber betont worden, dass eine Randsicherung ausnahmsweise dann geboten sein könne, wenn auch für einen verantwortungsvollen Benützer eine besonders große Gefahr einer erheblichen Verletzung infolge Abstürzens oder Abrutschens bestehe, zum Beispiel in gefährlichen Kurven oder bei Steilabbrüchen.

Böschungen mit einem Neigungswinkel von dort 72 Prozent, bei denen die Skipiste kein zusätzliches Gefahrenmoment wie etwa eine scharfe, nach außen hängende Kurve aufweise, müssten daher in der Regel nicht durch Fangnetze oder Ähnliches gesichert werden. Im vorliegenden Fall müsse aber im Unfallbereich eine scharfe und laut Sachverständigen „deutlich“ nach außen hängende Kurve mit sehr starker Richtungsänderung durchfahren werden.

Die relative Steilheit des Geländes vor der Einmündung in den Skiweg bringe zudem entsprechend hohe Fahrgeschwindigkeiten mit sich, „sodass bei einem Fahrfehler (Verkanten) auch für den verantwortungsvollen Skifahrer ungeachtet der Wahrnehmbarkeit des Pistenrandes die – wie auch die Folgeunfälle zeigen – Gefahr des Absturzes über den ungesicherten Abhang mit drastischen Folgen besteht“.

Pistenhalter zur Sicherung der Unfallstelle verpflichtet

Unter den konkreten Umständen sei der Pistenhalter daher zur Sicherung der Unfallstelle verpflichtet, ohne dass dadurch die Sorgfaltspflicht überspannt worden wäre, so der OGH. Der Pistenhalter habe den ihm „infolge des durch den Kauf einer Liftkarte begründeten Vertragsverhältnisses nach Paragraf 1298 ABGB (Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch) obliegenden Beweis“, dass ihm die Verletzung der Verkehrssicherungs-Pflicht nicht als Verschulden vorwerfbar wäre, nicht erbracht.

Soweit er sich in erster Instanz noch auf die entlastende Beurteilung einer Pistenregulierungs-Kommission berufen habe, „wäre eine solche nicht entscheidend“, unterliege doch der Pistenhalter selbst dem Sorgfaltsmaßstab des Paragraf 1299 ABGB, nach welchem dieser „die gebotenen Sicherungsmaßnahmen erkennen hätte müssen“. Nach ständiger Rechtsprechung seien selbst auf fahrtechnische Fehler zurückzuführende Stürze von Skiläufern noch nicht rechtlich vorwerfbar.

Dem Skifahrer könne aber ein dem Sturz vorausgegangenes vermeidbares Fehlverhalten zur Last fallen, „das den Sturz herbeigeführt hat und deshalb als einleitende Fahrlässigkeit zu beurteilen ist“. „Beweist der Schädiger einen Verstoß des Geschädigten aufgrund eines fahrtechnischen Fehlers – also einen typischen, Sorglosigkeit gegenüber eigenen Rechtsgütern indizierenden Geschehnisablauf –, ist damit prima facie auch der für die Annahme eines Mitverschuldens erforderliche Sorgfaltsverstoß bewiesen …“, so der OHG.

Verschuldensteilung gerechtfertigt

Angesichts dieser Rechtsprechung habe das Erstgericht „in der Einhaltung einer der Gefahrensituation nicht angepassten überhöhten Geschwindigkeit von circa 60 bis 65 Stundenkilometern, welche die Wahrscheinlichkeit des Verkantens erhöht und das Abrutschen über den Pistenrand hinaus bewirkt habe“, ein gleichteiliges Mitverschulden des Verunglückten erkannt.

Die Abwägung des beiderseitigen Fehlverhaltens rechtfertigt die vom Erstgericht angenommene Verschuldensteilung im Verhältnis von 1:1, so der OGH.

Demnach muss also auch der Skipistenhalter für die Hälfte der Schäden haften.

Eigene Hinterbliebenen-Absicherung ist wichtig

Der Fall zeigt, dass nicht immer ein Dritter für den kompletten finanziellen Schaden aufkommt, wenn jemand verunfallt.

Gerade ein Todesfall eines Partners und/oder Elternteils kann neben dem persönlichen Verlust und der Trauer oftmals auch direkte finanzielle Auswirkungen haben, wenn beispielsweise das Einkommen des Verstorbenen wegfällt oder eine zusätzliche Betreuung für die Kinder notwendig ist. Eine private Hinterbliebenen-Absicherung hilft, zumindest die finanziellen Sorgen zu mildern.

Eine der günstigsten Hinterbliebenen-Absicherungen ist die Ablebens-Versicherung. Sie zahlt an die Hinterbliebenen beziehungsweise an die im Vertrag festgelegte Person im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme.
 

15.02.2016   Für einen sicheren Hundetransport im Auto

Im Auto mitfahrende Tiere, die nicht ordnungsgemäß gesichert sind, können leicht den Fahrer ablenken oder bei einer Vollbremsung durch den Pkw-Innenraum geschleudert werden und so sich selbst oder andere Autoinsassen schwer verletzen. Autofahrer müssen deswegen von Gesetzes wegen dafür sorgen, dass der Transport eines Tieres keine Gefahr für sie selbst und für andere darstellt.

Nach einer Umfrage des Auto-, Motor- und Radfahrerbundes Österreichs (ARBÖ) sichert jeder fünfte Autofahrer, der einen Hund im Pkw mitnimmt, sein Tier nicht. Dabei ist die Verletzungsgefahr bei einem Unfall für Mensch und Tier enorm.

Hohe Verletzungsgefahr für Hund und Mensch

So können nicht gesicherte Tiere den Fahrer ablenken oder stören. Beispielsweise könnte das Tier in die Nähe von Lenkrad, Kupplung oder Pedale geraten und dadurch eventuell die Fahrzeugbeherrschung des Fahrers beeinträchtigen. Im Falle eines Unfalles besteht zudem eine andere Gefahr für Mensch und Tier.

Wie ein Crashtest ergeben hat, schleudert beispielsweise ein ungesicherter Hund mit einem Körpergewicht von 10 Kilogramm bei einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern im Falle eines Aufpralls mit einer Wucht von 300 Kilogramm durch den Wagen. Wiegt der Hund 20 Kilogramm, beträgt die Aufprallwucht bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern sogar 600 Kilogramm. In beiden Fällen kann dies zu schweren bis hin zu tödlichen Verletzungen beim Hund, aber auch bei den Autoinsassen führen.

Sicherheitsgeschirr benutzen

Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass Hunde, aber auch Katzen oder andere Tiere nur gut gesichert im Auto transportiert werden. Außerdem müssen Fahrzeuglenker auch gemäß der Ladungssicherungs-Vorschrift des Kraftfahrzeuggesetzes dafür sorgen, dass der Transport einer Ladung, zu der in diesem Fall auch ein Tier zählt, keine Gefahr darstellt. Im Fachhandel werden entsprechende Hilfsmittel, wie beispielsweise spezielle Hundesicherheitsgurte, die dem Tier über Brust und Kopf gezogen und zusätzlich am Sicherheitsgurt befestigt werden, angeboten.

Der Tiersicherheitsgurt muss zur Größe, Kraft und Gewicht des Vierbeiners passen. Bei kleineren Tieren reichen in der Regel Ösen aus Kunststoff aus, bei größeren sollten diese jedoch aus Metall sein. Ein Trenngitter im Innenraum des Fahrzeugs kann zusätzlich verhindern, dass das beförderte Tier im Innenraum umherrennt oder bei einer Kollision gegen die Pkw-Insassen geschleudert wird.

Spezielle Transportboxen

Es gibt aber auch für Hunde, Katzen und Kleintiere spezielle Transportboxen. Um das Rutschen oder Herunterfallen einer solchen Box zu vermeiden, sollte sie je nach Größe zum Beispiel nicht auf dem Rücksitz, sondern im Fußraum des Vordersitzes verstaut werden.

Große Transportboxen sind am besten quer zur Fahrtrichtung direkt hinter einer Rücksitzlehne zu positionieren. Da die Festigkeit einer Sitzlehne bei einem Aufprall möglicherweise nicht ausreicht, um sie sicher festzuhalten, sind solche Boxen am besten mit einem Gurt oder einem stabilen Laderaumtrenngitter nochmals zu sichern.
 

04.01.2016   Mit den Augen des Einbrechers

 

Mit den Augen des Einbrechers

Die Mehrheit der Österreicher glaubt, dass das Risiko eines Einbruchdiebstahls in den letzten Jahren zugenommen hat. Allerdings ist der Anteil jener, die Sicherungsmaßnahmen wie etwa die Einrichtung von Alarmanlagen planen, eher gering, wie eine Umfrage ergab. Dagegen möchten das Bundeskriminalamt und andere Institutionen vorgehen und haben eine Computersimulation herausgegeben. Damit ist es Bürgern möglich, ihr Haus oder ihre Wohnung interaktiv „durch die Augen eines Einbrechers“ zu sehen. Sie erfahren dabei, wie sich die Sicherheit der eigenen vier Wände erhöhen lässt.

17.109 Einbruchsdelikte wurden 2014 gezählt, das sind 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies berichtete Hartwig Löger, Vizepräsident des Versicherungsverbandes (VVO). Löger ist der Ansicht, dass sich manche Bürger darauf verlassen, dass sie versichert sind. Die Deckung durch die Versicherung sei seiner Meinung nach aber nur ein Teil der Wiedergutmachung, denn vielfach werde erst im Nachhinein realisiert, welche psychische Belastung das Eindringen in die Privatsphäre bedeute. Daher sei es wichtig, das Sicherheitsbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken.

Wie die Österreicher das Einbruchsrisiko einschätzen, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) im September 2015 in einer Umfrage erhoben. 69 Prozent der 1.000 Teilnehmer glauben, dass das Einbruchsrisiko in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Gleichzeitig sind aber nur zehn Prozent der Ansicht, dass sie im nächsten Jahr selbst Opfer eines Einbruchs werden könnten. „Mir kann ja nichts passieren“, laute das Motto, sagte KFV-Direktor Othmar Thann.

Mehrheit sieht höheres Risiko, Minderheit sieht sich selbst gefährdet

Im nächsten Jahr Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen, planen lediglich sieben Prozent; weitere 22 Prozent überlegen, dies vielleicht zu tun. Oftmals, so Thann, herrsche auch die Ansicht vor: „Bei mir ist nichts zu holen.“ Eine Fehleinschätzung, zumal der Einbrecher dies erst dann vollends beurteilen kann, wenn er „eingestiegen“ ist.

„Solange nichts passiert, wird nichts gemacht“, fasste Thann zusammen. Selbst einfache Vorbeugungsmaßnahmen würden oft nicht ergriffen: Beispielsweise schließen nur rund 40 Prozent der Bürger gekippte Fenster immer, wenn sie ihr Heim verlassen. Nur jeder zweite Befragte prüft, ob nach dem Verlassen der Wohnung die Türe richtig verschlossen ist. Jede neunte Eingangstür wird selbst in der Nacht nicht abgesperrt – „open house“ für Einbrecher, wie Thann sagte.

Wie viele Personen bereits Sicherheitsmaßnahmen ergriffen haben, wurde in der Umfrage nicht erhoben. Thann berichtete aber, dass aus den Umfrageergebnissen der vergangenen Jahre keine signifikanten Änderungen in der Einstellung der Befragten festzustellen seien.

Ballungszentren und Räume entlang der großen Verkehrsadern

Ernst Geiger, Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt (BK), erklärte, dass die Täter vor allem zwischen 16 und 21 Uhr aktiv sind, wenn die Bewohner noch nicht zu Hause sind. In örtlicher Hinsicht betroffen seien vor allem die Ballungszentren, der Großraum Wien, die Regionen entlang der Autobahnen und der Hauptverkehrswege.

In der Dämmerungszeit zwischen Oktober und März werde die früher einsetzende Dunkelheit von Tätern genutzt, um in Häuser und Wohnungen einzudringen und zu stehlen. Auch wenn es weithin angenommen werde: Luxusvillen stünden „aufgrund der wahrnehmbaren Sicherungen“ gar nicht mehr so sehr im Fokus, ergänzte Löger. Gerade auch Wohnungen in Ballungszentren seien immer stärker betroffen. Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Einzel- und Mehrfachtätern sei „ausgewogen“, sagte Geiger.

In der Regel handle es sich um Täter, die es nicht bei einem Einbruch belassen, sondern immer wieder zuschlagen. Laut Löger beläuft sich der durchschnittliche Schaden pro Einbruch in private Objekte auf rund 2.200 Euro. Davon sei etwa ein Drittel jenen Schäden zuzuordnen, die durch den Einbruch an Toren, Türen, Fenstern und dergleichen entstehen. Auf das Diebesgut selbst entfallen also circa 1.000 bis 1.500 Euro.

Interaktive Simulation aus dem Blickwinkel des Einbrechers

Um das Bewusstsein der Bevölkerung zu heben, haben KFV und Bundeskriminalamt die Informationswebsite „bewusst sicher zuhause“ eingerichtet. Auf ihr findet sich eine Checkliste, wie man sein Zuhause sicherer machen kann.

Herzstück des Webportals ist ein downloadbares Computerprogramm, das den Anwender „mit den Augen des Einbrechers“ sehen lässt. In Simulationen mit verschiedenen Szenarien kann man Häuser und Wohnungen auf Schwachstellen überprüfen und erhält zugleich Tipps, wie man die Sicherheit verbessern kann.

Das interaktive Programm läuft nicht online im Browser, sondern kann auf dem eigenen Computer heruntergeladen und installiert werden. Zur Verfügung stehen eine Windows- und eine Mac-Version. Der Windows-Download ist 186 MB groß, der Mac-Download 302 MB. Grundlage der Simulation sind Gespräche, die mit Einbrechern geführt wurden. Dabei wurde eruiert, was den Einbrechern wichtig ist, was sie von ihrem Vorhaben Abstand nehmen lässt und Ähnliches.

Finanzielle Absicherung

Sollte trotz aller Vorsicht dennoch eingebrochen werden, übernimmt eine bestehende Haushaltsversicherung zumindest den finanziellen Schaden. Wichtig ist, dass die Versicherungssumme dem Wert des Hausrates entspricht, damit nach einem Einbruch die tatsächlich verursachten Schäden auch komplett von der Versicherung übernommen werden.

Bei Geld, Münzen, Edelmetallen, Wertpapieren etc. sowie Wertgegenständen wie z.B. Schmuck und teuren Uhren ist die Verwahrung für die Leistung ausschlaggebend. (freiliegend, in Möbel, in Wertschränken mit Sicherheitsklassen usw.)

Wer Antiquitäten, teure Teppiche oder auch Kunstgegenstände im Haus/ in der Wohnung verwahrt sollte auch darauf im Speziellen achten, da die Leistung hierfür meist lediglich mit einem Teil der Versicherungssumme abgedeckt ist.

Bei bestehenden Polizzen sollte deswegen regelmäßig geprüft werden, ob die im Vertrag vereinbarte Versicherungssumme noch dem tatsächlichen Wert der versicherten Sachen entspricht.

Als ihr Versicherungsmakler unterstützen wir Sie gerne bei der Anpassung ihrer bestehenden bzw. bei der Wahl einer für Sie passenden Versicherung.


 

23.11.2015   Jede Woche sterben fast 60 Menschen durch einen Unfall

Eine hundertprozentige Sicherheit, nicht bei einem Unfall ums Leben zu kommen, gibt es nicht. Darum sollte jeder darüber nachdenken, ob seine Angehörigen im Fall des Falles zumindest finanziell abgesichert sind.

Mehr als 2.900 Menschen kamen letztes Jahr in Österreich bei einem Arbeits-, Verkehrs- oder Freizeitunfall ums Leben. Damit für die Angehörigen im Falle des Falles zur Trauer nicht auch noch finanzielle Schwierigkeiten hinzukommen, ist es wichtig, frühzeitig für eine ausreichende Hinterbliebenen-Absicherung zu sorgen.

Nach Angaben der Statistik Austria starben 2014 insgesamt 2.906 Personen bei einem Unfall. Rund 88 Prozent kamen bei Unfällen im häuslichen Umfeld oder in der Freizeit, knapp 15 Prozent bei Verkehrsunfällen und nicht ganz zwei Prozent bei Arbeitsunfällen ums Leben.

Kommt der Hauptverdiener einer Familie durch einen Unfall um, trifft es die Angehörigen oft doppelt hart. Zum einen müssen sie mit ihrer Trauer kämpfen, zum anderen drohen oftmals auch finanzielle Probleme durch den Wegfall des Einkommens des Verstorbenen.

Unzureichende gesetzliche Absicherung

Denn eine gesetzliche Witwer-, Witwen- oder Waisenpension, sofern der tödlich Verunfallte überhaupt lange genug gesetzlich pensionsversichert war und die Angehörigen einen Anspruch darauf haben, ist nicht so hoch wie der bisherige Verdienst des Verunglückten.

So betrug die Höhe der gesetzlichen Witwen- oder Witwerpension pro Monat in 2014 durchschnittlich 727 Euro für eine hinterbliebene Ehefrau und 325 Euro für einen hinterbliebenen Ehemann. Die gesetzliche Waisenpension lag bei durchschnittlich monatlich 352 Euro pro betroffenes Kind.

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch diverse Vorsorgemöglichkeiten in Form einer privaten Unfall- und/oder Lebensversicherung an, damit Hinterbliebene ausreichend finanziell abgesichert sind.

Privater Schutz

In einer Unfallversicherung lässt sich zum Beispiel eine frei zu vereinbarende Geldsumme, die im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird, vereinbaren. Bei einer Lebensversicherungs-Polizze kann meist eine Unfalltod-Zusatzversicherung eingeschlossen werden. Stirbt der Versicherte an den Folgen eines Unfalles, erhöht sich dann die in der Lebensversicherung vereinbarte Todesfallsumme um den in der Unfalltodzusatz-Versicherung vereinbarten Betrag. Meist kann eine Verdoppelung der Todesfallsumme vereinbart werden.

In manchen Fällen ist es günstiger, eine Unfalltodabsicherung in der Lebensversicherung einzuschließen, als den Hinterbliebenenschutz über eine Unfall-Police abzusichern – besonders bei Personen, die einen Beruf mit einer erhöhten körperlichen Belastung ausüben. Das betrifft beispielsweise Dachdecker, Maurer oder Zimmerer.

Dennoch ist eine private Unfallversicherung sinnvoll, denn sie bietet dem Versicherten selbst einen finanziellen Schutz, da sie bei einer unfallbedingten Invalidität eine vereinbarte Kapitalsumme und/oder Rente an ihn auszahlt.

Versorgungsbedarf ist unabhängig von der Todesursache

Prinzipiell ist der finanzielle Versorgungsbedarf der Hinterbliebenen unabhängig von der Todesursache. Denn egal ob jemand infolge einer Krankheit oder eines Unfalles stirbt, sollte der Versicherungsschutz einer Ab- oder Erlebensversicherung ausreichend hoch sein, damit die Angehörigen auch weiterhin ihren Lebensstandard halten können.

Wer eine Lebensversicherung mit einer ausreichenden Todesfallsumme vereinbart hat, kann unter Umständen auf eine zusätzliche Unfalltod-Versicherung im Rahmen der Lebens- oder der Unfallversicherung verzichten.

Wie hoch die Todesfallsumme für eine ausreichende Absicherung sein soll, hängt von diversen Faktoren wie der gesetzlichen Absicherung, vorhandener Verbindlichkeiten und den bisherigen Einkommens- und Vermögensverhältnissen ab. Bei der Ermittlung der entsprechenden Summe, aber auch bei der Auswahl einer passenden Absicherungslösung können wir ihnen als ihr Versicherungsmakler weiterhelfen.
 

16.11.2015   Risiko Wohnungsbrand: Kinder besonders gefährdet

Besonders im November und Dezember ist die Zahl der Wohnungsbrände relativ hoch. Eine neue Initiative gibt Tipps, wie man sich – und vor allem Kinder – vor Verbrennungen und Verbrühungen schützen kann.

Etwa 7.100 Personen müssen laut dem Versicherungsverband Österreich (VVO) jedes Jahr wegen Verbrennungen und Verbrühungen im Krankenhaus behandelt werden. Alleine in den Monaten November und Dezember sind davon 1.600 Personen, darunter rund 600 Kinder betroffen. Experten zeigen, wie sich dieses Unfallrisiko minimieren lässt.

Nicht ganz 4.000 Wohnungsbrände gibt es jedes Jahr in Österreich, so der Versicherungsverband Österreich (VVO). Etwa die Hälfte betrifft private Haushalte. Die größten Gefahrenquellen sind dabei die aufkommende Wärmeenergie, zum Beispiel bei Öfen, überhitztes Fett in Pfannen, Bügeleisen sowie in Schränken verbaute oder stark verstaubte Fernseher, Monitore und Videorekorder, des Weiteren offenes Feuer und Licht, aber auch elektrische Energie.

Im Rahmen der Initiative „Vision Zero 2020 – Kinderunfälle sind vermeidbar!“ weisen der VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Landeskrankenhaus-Universität (LKH-Univ.) Klinikum Graz im neuen Folder „Sicherer Umgang mit Feuer“ auf die Brandgefahren hin und geben Tipps zur Risikovermeidung.

Kinder besonders gefährdet

Etwa 7.100 Verbrennungen und Verbrühungen müssten jedes Jahr im Krankenhaus behandelt werden, allein im November und Dezember seien es mit rund 1.600 Fällen überproportional viele, nämlich 22 Prozent. „Erfahrungsgemäß gibt es im Dezember doppelt so viele Brände durch offenes Licht und Feuer wie in einem anderen durchschnittlichen Monat des Jahres“, erklärt VVO-Vizepräsident Peter Thirring.

„Rund 4.100 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich jährlich zu Hause, davon mehr als 600 Kinder – also zehn Kinder täglich – alleine im November und Dezember. Offenes Licht und Feuer, zum Beispiel brennende Kerzen, und defekte oder unbeaufsichtigte technische Geräte zählen hierbei zu den größten Brandauslösern“, betont KFV-Direktor Othmar Thann.

Es sollten nur Feuerzeuge mit Kindersicherung gekauft werden. Kerzen, Feuerzeuge, Streichhölzer und Wunderkerzen dürfen nicht im Kinderzimmer gelagert werden, betont Thann. Aber auch andere Lichtquellen können ein Risiko darstellen – etwa Halogenlampen, die Oberflächentemperaturen von bis zu 400 Grad Celsius entwickeln. Im Kinderzimmer sollten daher nur Energiesparlampen oder LEDs verwendet werden, da bei diesen die Brandgefahr niedriger sei.

Rauchmelder im Kinderzimmer

Laut KFV-Umfrage hat jeder zweite Haushalt einen Feuerlöscher, jeder dritte Haushalt einen Rauchmelder. „Ein Rauchmelder gehört in jeden Haushalt“, unterstreicht Thann. Und wenn man Kinder habe, sollte ein Rauchmelder vor allem auch im Kinderzimmer angebracht werden, der Feuerlöscher immer an einer möglichst zentralen und gut zugänglichen Stelle.

Sieben von zehn Eltern seien zwar darauf bedacht, Zündhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren, aber nicht einmal 50 Prozent haben laut einer Umfrage mit ihren Kindern über die Gefährlichkeit von Feuer gesprochen, erklärt Thann.

„Um Gefahren möglichst vorzubeugen, sollten Eltern ihren Kindern schon früh den sorgfältigen und bewussten Umgang mit Licht und Feuer näherbringen“, so Thann. Kinder seien, wenn ein Feuer ausbricht, schutzlos.

Verletzungen für Kinder schwerwiegend

Brand- oder Verbrühungsverletzungen sind besonders bei Kindern schwerwiegend, erklärt Brandverletzungsexperte Univ.-Prof. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz.

Kamolz: „Bereits der Inhalt einer Tasse mit heißer Flüssigkeit reicht aus, um bei Kleinkindern eine Verbrennung oder Verbrühung von rund 30 Prozent der Körperfläche zu verursachen – aber schon 15 Prozent Hautverbrennung können für ein Kind lebensgefährlich werden.“

Bei einer kleinen Verbrennung oder Verbrühung könne man sich mit kaltem Wasser behelfen, bei größeren Verletzungen gelte es, sofort die Rettung zu alarmieren oder ein Krankenhaus aufzusuchen. „Viele Unfälle wären durch einfache Sicherheitsmaßnahmen vermeidbar. Schutzmaßnahmen wie Herdschutzgitter in der Küche und Temperaturbegrenzer im Bad sind besonders effektiv“, so Kamolz.
 

04.11.2015   Finanzieller Schutz bei Ski- und Snowboardunfällen

Jedes Jahr verunfallen mehrere Zehntausend Wintersportler so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Welche Absicherung den Betroffenen, aber auch möglichen Unfallverursachern hilft, damit der Vorfall nicht auch noch für den Einzelnen zum finanziellen Desaster wird.

Ski- und Snowboardfahren macht Spaß. Doch schon ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kann zu einem schweren Unfall führen. Wer dabei sich oder auch andere schädigt, muss ohne einen ausreichenden Versicherungsschutz mit erheblichen finanziellen Belastungen rechnen.

Ein Unfall auf der Skipiste kann weitreichende Folgen haben – zum einen für denjenigen, der einen Unfall erleidet und dabei verletzt wird, aber auch für denjenigen, der für den Unfall möglicherweise verantwortlich ist.

Jeder, der einen anderen schuldhaft schädigt, muss nach dem Gesetz für den Schaden, unter Umständen egal wie hoch dieser ist, aufkommen. Dies gilt auch für Wintersportler wie Ski- oder Snowboardfahrer.

Die Folgen einer kleinen Unaufmerksamkeit

Wer beispielsweise auf der Skipiste einen anderen Wintersportler übersieht, oder zu schnell unterwegs ist, nicht mehr bremsen kann und deswegen einen Unfall verursacht, muss für die Schäden des anderen aufkommen. So können Kosten für Sachschäden beispielsweise für den Ersatz beschädigter Skier, aber auch Aufwendungen für Personenschäden, wie Krankenhaus- und Arztkosten bis hin zu einer lebenslangen Rente, wenn der Geschädigte aufgrund des Unfalles dauerhaft erwerbsunfähig bleibt, anfallen.

Derartige Schadenersatzansprüche Dritter lassen sich durch eine private Haftpflichtversicherung, die unter anderem in einer Haushalts-Polizze inkludiert sein kann, absichern, vorausgesetzt der Schaden ist durch ein fahrlässiges Verhalten des Versicherten entstanden.

Der Versicherungsschutz einer solchen Polizze gilt nicht nur für sportliche Aktivitäten, sondern für den gesamten Privatbereich, zum Beispiel auch als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr, und gehört zu den wichtigsten privaten Versicherungen. Zudem wehrt ein solcher Haftpflichtschutz auch ungerechtfertigte oder überzogene Forderungen Dritter ab.

Kostenrisiken im Ausland

Wer selbst bei einem Wintersportunfall verletzt wird, sei es aus eigenem Verschulden, oder weil man von einem anderen auf der Piste versehentlich angefahren wurde und der Unfallverursacher weitergefahren ist, muss mit kostspieligen Mehrbelastungen rechnen.

Zwar werden ein notwendiger Krankentransport, aber auch die weiteren medizinischen Behandlungen einer verletzten Person hierzulande in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Ist allerdings der Einsatz eines Flugrettungsdienstes in den Bergen oder eine sonstige Beförderung des Verletzten vom Berg ins Tal erforderlich, kann es sein, dass der verunfallte Wintersportler die Kosten dafür selbst tragen muss.

In einer privaten Unfallversicherung können, neben Geldleistungen im Invaliditätsfall, auch weltweit anfallende Bergungs- und Rettungskosten meist bis zu einer bestimmten Höhe gegen einen kleinen Prämienaufschlag mitversichert werden oder sind bereits kostenlos enthalten. Apropos Ausland: In vielen Ländern muss ein Verunfallter neben den Bergrettungskosten oftmals auch Arzt-, Krankenhaus- sowie Krankentransportkosten aus der eigenen Tasche begleichen. Dieses Kostenrisiko lässt sich mit einer Auslandsreise-Krankenversicherung absichern.

Wenn ein Unfall zur Berufsunfähigkeit führt

Besonders hart – und zwar auch finanziell – trifft es Verunfallte, die bleibende Schäden davontragen und ihren Beruf oder auch eine andere Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben können. So reichen die Leistungen der gesetzlichen Pensionsversicherung in Form einer Erwerbs-, Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeits-Pension bei einer eintretenden Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit in der Regel nicht aus, das bisherige Aktiveinkommen in der Höhe, wie es vor dem Unfall war, zu ersetzen.

Diese Versorgungslücke lässt sich durch eine Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung schließen. Sie zahlt im Versicherungsfall eine Rente in der vereinbarten Höhe.

Je nach Vertragsvereinbarung leistet eine Berufsunfähigkeits-Polizze auch dann, wenn man noch in anderen Berufen als den bisher erlernten und ausgeübten in Vollzeit tätig sein könnte. Mit einer privaten Unfallversicherung, die bei Invalidität eine mit dem Versicherten festgelegte Summe auszahlt, lassen sich zudem Kosten für einen eventuell notwendigen behindertengerechten Umbau des Eigenheims absichern.

Für ein individuelles Beratungsgespräch steht Ihnen Ihr Versicherungsmaklerteam gerne zur Verfügung. 

08.04.2015   Gegen Verständigungsprobleme bei einem Unfall im Ausland

Nicht wenige werden auch dieses Jahr wieder mit ihrem Pkw in andere europäische Länder fahren, um beispielsweise Urlaub zu machen. Wer dabei einen Verkehrsunfall hat, muss nicht selten mit Verständigungsproblemen kämpfen. Ein kostenloser mehrsprachiger Unfallbericht hilft allen Unfallbeteiligten, zumindest die wichtigsten Fakten und Daten trotz unterschiedlicher Sprachen dokumentieren zu können.

Um die Aufnahme von Unfallschäden im Ausland zu erleichtern, hat der europäische Dachverband der nationalen Versicherungsverbände Insurance Europe (vormals Comité Européen des Assurances) mit dem Europäischen Unfallbericht ein mehrsprachiges Formular entworfen. Dieser Vordruck ist inhaltlich und grafisch europaweit identisch, um die Aufnahme von Unfallschäden im Ausland zu erleichtern.

Ein Vordruck in mehreren Sprachen

In der Regel erhält man den Europäischen Unfallbericht automatisch mit der Kfz-Haftpflichtpolizze ausgehändigt. Er kann aber auch kostenlos beim Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres heruntergeladen oder beim Kfz-Versicherer angefordert werden.

Wenn alle Unfallbeteiligten im Ausland einen solchen EU-Unfallbericht zur Hand haben, ist das Ausfüllen kein Problem, denn unter den einzelnen Punkten werden dieselben Inhalte in verschiedenen Sprachen abgefragt. Eine Verständigung über die unfallrelevanten Daten wird somit erleichtert.
 

02.03.2015   Augen auf beim Autokauf

Nicht jedem gebrauchten Wagen erkennt man auf dem ersten Blick bereits seine Mängel an. Daher gilt es, vor dem Kauf diverse Kriterien zu prüfen, um nicht enttäuscht zu werden. Zum anderem kann man so auch sicherstellen, dass die Sicherheit für die Insassen des Fahrzeuges im Falle eines Unfalles nicht zu kurz kommt.

Kfz-Experten raten, dass bei der Besichtigung eines älteren Pkws am besten ein Fachmann dabei sein sollte. Aber es gibt auch einige Indizien, auf die bereits ein Laie achten kann, um einen Fehlkauf zu vermeiden. Grundsätzlich sollte man zuerst die Papiere prüfen, also ob die Fahrgestellnummer mit dem Kfz-Brief übereinstimmt, was im letzten Prüfgutachten (Begutachtung, um das Pickerl zu erhalten) steht, und welche Inspektionen laut Serviceheft gemacht wurden.

Prinzipiell lässt sich durch ein durchgängig geführtes Wartungsheft zudem nachvollziehen, ob die angegebene Kilometerleistung des Wagens stimmt. Bei Autos mit angeblich wenig Laufleistung deuten zudem stark abgenutzte Gas- und Bremspedalgummis sowie ein abgewetztes Lenkrad auf etwas anderes hin.

Besichtigung nur bei Tageslicht

Der Pkw sollte am besten am Tage und bei gutem Wetter besichtigt werden, so lassen sich Lackmängel oder auch Anzeichen eines Unfalles leichter entdecken. Auf einem nassen Lack, beispielsweise bei Regen, können zum Beispiel Kratzer, Steinschläge und Beulen nur schwer erkannt werden.

Ist der Lack an einer Stelle anders als am Rest des Autos, kann dies bedeuten, dass aufgrund eines Unfalles nachlackiert wurde. Unfallverdächtig ist zudem, wenn die Spaltmaße bei den Türen, an der Kofferraumklappe und der Motorhaube unterschiedlich breit sind oder sich eine Türe nur schwer schließen lässt.

Um einen Wagen nach Rost abzusuchen, sollten typische Korrosionsstellen an den Kotflügeln, den Türkanten, -falzen und -schwellen, den Bodenblechen im Innenraum und am Unterboden inspiziert werden.

Sicherheitsrelevante Merkmale

Außerdem sind die sicherheitsrelevanten Einrichtungen, wie Sicherheitsgurte, alle Bremsen – also auch die Handbremse – sowie alle Lichter am Fahrzeug auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Die Scheinwerfer sollten keine Steinschläge, Risse oder Feuchtigkeit aufweisen.

Auch alle sonstigen Funktionen wie Scheibenwischer, elektrische Fensterheber, Blinker, Warnblinklicht, Heizung, Klimaanlage, Schiebedach und/oder Radio-/Audioanlage sind zu kontrollieren. Zudem sollte die Windschutzscheibe keine Risse oder Steinschläge aufweisen.

Die Reifen sollten mindestens eine Profiltiefe von vier Millimetern aufweisen und frei von Rissen sein. Ist das Profil einseitig abgefahren oder weist eine Felge starke Schrammen auf, kann dies auf einen Fahrwerksschaden hindeuten. Insbesondere Leichtmetallfelgen dürfen keine Risse haben.

Probefahrt ist notwendig

Der Zustand der Schläuche sowie der Stand der Flüssigkeiten bei Öl und Kühlmittel sagt viel über die Pflege und Wartung eines Autos aus. Ist der Motorinnenraum ohne jeglichen Schmutz, muss man davon ausgehen, dass das Fahrzeug einer Motorwäsche unterzogen wurde. Öllecks lassen sich in diesem Fall oftmals nicht durch eine reine Sichtkontrolle erkennen.

Experten raten bei einem Gebrauchtwagenkauf prinzipiell zu einer Probefahrt. Nur so lässt sich beispielsweise feststellen, ob die Gänge problemlos eingelegt werden können, die Kupplung und die Bremse ruckelfrei funktionieren und die Stoßdämpfer einigermaßen in Ordnung sind.

Zudem lässt sich bei einer längeren Probefahrt zum Teil feststellen, ob eine Reifenunwucht vorhanden ist oder der Pkw beim Fahren oder Bremsen einseitig zieht. Auch auffällige Geräusche, die durch einen Defekt am Motor, am Getriebe oder am Auspuff oder infolge beschädigter Tür- oder Fensterdichtungen entstehen können, stellt man meist erst beim Fahren fest.

Pkw sollte über möglichst viele Sicherheitssysteme verfügen

Bei einer Analyse ihrer Unfalldatenbank hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) festgestellt, dass Personen, die in älteren Fahrzeugen verunglücken, häufiger schwere Verletzungen erleiden als in modernen Pkws. Nach Angaben der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt die Unfallstatistik, dass ältere Autos mit einem Baujahr vor 1997 bei ähnlichen Unfällen deutlich stärker deformiert werden als jüngere Pkws. Ein Grund ist sicher, dass Airbags und ESP erst verstärkt nach 1997 zur Standardausstattung gehören.

Auch Crashtests, die vom UDV durchgeführt wurden, zeigen den Sicherheitsunterschied zwischen neuen und älteren Pkws. So kollabierte die Fahrgastzelle eines 1997 gebauten Autos bei gleichen Testbedingungen, wie einer Geschwindigkeit von 60 km/h, während die eines 2004 hergestellten Pkws erhalten blieb. Der UDV empfiehlt beim Autokauf darauf zu achten, dass am besten Pkws ab Baujahr 2000 gekauft werden. Denn erst ab Ende der 90er-Jahre haben sich Verbraucher-Crashtests etabliert, die zu mehr Sicherheit führten.

Die Verkehrsexperten des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs (ÖAMTC) weisen ebenfalls darauf hin, dass ältere Fahrzeuge oft nicht den aktuellen Stand der Technik haben. Dadurch seien die Folgen vieler Unfälle mit solchen Wagen schwerer. Insbesondere das bei älteren Autos oft fehlende Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) könnte bis zu 30 Prozent der Unfälle verhindern, wie der ÖAMTC betont. Die Webseite www.udv.de/esp zeigt, welche Modelle über ESP verfügen. Der im Internet herunterladbare Flyer „Sichere Autos kaufen“ des UDV gibt weitere Tipps für den Autokauf.

Mehr Schutz beim Kauf

Checklisten für den Kauf eines Gebrauchtwagens bieten unter anderem die Arbeiterkammer Wien, der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ), der ÖAMTC, aber auch Onlinefahrzeugmärkte wie www.autoscout24.at oder www.automobile.at. Wer als Käufer sichergehen möchte, dass der Gebrauchtwagen in Ordnung ist, kann mit dem Verkäufer auch eine neutrale Prüfung des Fahrzeugs durch einen Kfz-Spezialisten vereinbaren. Angeboten wird dies unter anderem von freien Kfz-Werkstätten.

Für einen seriösen Verkäufer dürfte dies kein Problem sein, wenn die Kosten dafür der Käufer trägt. Da es trotz aller Vorsicht dennoch zu Problemen mit dem neuen „Gebrauchten“ kommen kann, sind Streitigkeiten mit dem Verkäufer nicht auszuschließen. Ist der Gang zum Anwalt oder sogar vor Gericht nötig, bietet eine Fahrzeugrechtsschutz-Polizze, die einen Vertragsrechtsschutz enthält, einen Kostenschutz.

Der Rechtsschutz-Versicherer prüft im Streitfall, ob Erfolgsaussichten bestehen, und gibt dann, wenn dies positiv beschieden wird, eine Leistungszusage für die anfallenden Anwalts-, Gerichts- und eventuell Sachverständigenkosten bei Vertragsproblemen rund um das Kfz. Eine solche Polizze deckt zudem auch andere Streitfälle rund um das Kfz, beispielsweise einen Rechtsstreit um Schmerzensgeld und Schadenersatzansprüche nach einem Verkehrsunfall.
 

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